1140 Luftfahrt-Tote im Jahre 2002
- Schwerste Unfälle passierten in China und Taiwan
Der Tod flog auch im Jahre 2002 rund um den Globus mit: Bei 42 Katastrophen, Unfällen und mysteriösen Abstürzen im zivilen Luftverkehr sind im vergangenen Jahr weltweit 1140 Menschen getötet worden. Das geht unter anderem aus den neuesten Unterlagen der internationalen Luftfahrtbehörden hervor. 2001 waren es mit 782 Luftfahrt-Toten deutlich weniger. Mitgezählt wurden allerdings nicht die Terror-Opfer vom 11. September, als gekaperte Passagiermaschinen absichtlich ins World Trade Center und aufs Pentagon gestürzt waren.
Damit blieb das vergangene Jahr aber auch wieder unter dem Schnitt der vergangenen 20 Jahre mit jährlich rund 1200 Opfern weltweit - bei gleichzeitig ständig steigendem Luftverkehr. Die Zahl der Passagiere hat sich im gleichen Zeitraum dagegen mehr als verdreifacht: Flogen vor zwei Jahrzehnten knapp 840 Millionen Menschen jährlich, so stieg diese Zahl in den letzten Jahren auf rund 2,5 Milliarden Passagiere pro Jahr. Im Schnitt der vergangenen zehn Jahre waren jährlich nur noch knapp 1120 Verkehrstote gezählt worden, wie aus den Untersuchungen des renommierten englischen Fachmagazins "Flight International" hervorgeht.
Nur vier der 42 Unfälle mit fatalen Folgen ereigneten sich in West- und Mitteleuropa. Dabei kamen 96 Menschen ums Leben - 71 allein bei Überlingen. 20 Menschen starben, als eine Fokker 50 der Luxair am 6. November, aus Berlin-Tempelhof kommend, beim Anflug auf Luxemburg aus bis heute nicht geklärter Ursache bei dichtem Nebel abstürzte. Zwei Insassen überlebten.
2002 schien zunächst ein Katastrophenjahr zu werden und sich den Schreckensbilanzen von 1985 (1801 Tote) und 1996 (1840) zu nähern: Im ersten Halbjahr 2002 waren schon 828 Luftfahrt-Tote weltweit bei 19 Unglücken registriert worden. Doch glücklicherweise hielt dieser Trend nicht an: Es gab "nur" noch 312 Luftverkehrstote weltweit im zweiten Halbjahr. In diesen Zeitraum fällt allerdings auch der Zusammenstoß von Überlingen am Bodensee am 1. Juli zwischen einer Tupolew Tu-154M der Bashkirian Airlines und einem Frachter Boeing 757-200 des US-Frachtunternehmens DHL.
Auch wenn über diesen Unfall noch kein endgültiger Abschlussbericht vorliegt, ist inzwischen klar, dass unterschiedliche nationale Sicherheitsverfahren für Notfälle und vor allem eklatante Fehlleistungen der zuständigen Schweizer Flugsicherung zu diesem Unglück geführt haben.
Zu denken gibt, dass an den schwersten Unfällen des Jahres 2002 vor allem die großen Airlines aus China und Taiwan beteiligt waren: Bei drei Abstürzen kamen nicht weniger als 465 Menschen ums Leben. Mysteriös blieb bis heute der Absturz einer MD-82 am 7. Mai beim Anflug auf den Airport der nordostchinesischen Hafenstadt Dalian. Die Piloten meldeten kurz vor dem Absturz Feuer und Rauch in der Kabine. Später stellte sich heraus, dass der Brand genau dort ausgebrochen war, wo ein Passagier saß, der zuvor mehrere hohe Lebensversicherungen abgeschlossen hatte. Wetterprobleme oder Pilotenfehler schlossen die Untersuchungsbehörden nach gründlichen Recherchen aus. Die schreckliche Bilanz dieser Katastrophe: 112 Tote.
Zu den Unglücken, die auch in Deutschland großes Aufsehen erregten, gehörte der Absturz einer Twin Otter 300 der Shangrila Air. Es geschah am 22. August beim Anflug unter sehr schwierigen Wetterbedingungen auf die Stadt Pokhara, bekannt als "Tor zum Himalaya". Unter den 18 Toten - 15 Passagiere und drei Crew-Angehörige - waren auch 13 deutsche Touristen.
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