Schon wieder Tanker vor Spanien gesunken
- Kurz zuvor Warnung von Umweltschützern
- PLUS: Alle Informationen und Bilder vom Prestige-Untergang!
·"Prestige"
Ölpest erreichte Madrid: Großprotest
Ungeachtet aller Warnungen von Umweltschützern ist vor der Küste Spaniens am 21. Jänner erneut ein Öl-Schiff gesunken. Das mit 1.000 Tonnen Öl beladene spanische Tankschiff kenterte zwischen Gibraltar und dem spanischen Hafen Algeciras. Der Kapitän kam ums Leben.
Zwischen Deutschland und Dänemark wurde unterdessen ein mit 70.000 Tonnen Öl beladener Tanker einer russischen Reederei wegen einer defekten Steuerungsanlage gestoppt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte kurz zuvor vor möglichen Schifffahrtskatastrophen vor Gibraltar und in der Ostsee gewarnt.
Gut zwei Monate nach dem Untergang des Öltankers "Prestige", aus dem nach wie vor täglich rund 80 Tonnen Schweröl ins Meer laufen, sank vor der südspanischen Küste die 40 Meter lange "Spabunker IV". An der Unglücksstelle nahe der britischen Kolonie Gibraltar bildete sich nach Angaben der Behörden ein Ölteppich von einem Quadratkilometer.
1.000 Tonnen Diesel noch nicht ausgetreten
Die Verschmutzung soll durch den Treibstoff des Schiffes verursacht worden sein. Die Ladung von rund 1.000 Tonnen Öl soll sich nach Angaben von Tauchern noch an Bord befinden. Der Kapitän wurde tot geborgen, die zwei Besatzungsmitlieder wurden gerettet.
Die spanische Regierung beorderte ein Spezialschiff, das bisher die "Prestige"-Ölpest an der Nordküste bekämpft hatte, in die Meerenge von Gibraltar. Das havarierte Schiff lag kieloben 50 Meter tief auf dem Meeresgrund. Es war zum Betanken von Schiffen im Hafen von Algeciras eingesetzt worden. Zum Schutz der Küste sollten Öl-Barrieren errichtet werden.
Gefahren-Tanker in der Ostsee gestoppt
Der in Liberia registrierten Großtanker "Kapitän Stankow" wurde unterdessen von einem dänischen Lotsen in der Ostsee gestoppt. Das in den Großen Belt eingefahrene Schiff verfügt wie die "Prestige" nur über eine einfache Außenwand. Die "Kapitän Stankow" befand sich auf der Fahrt von Estland zum belgischen Hafen Antwerpen. Der Kapitän willigte ein, den nächstgelegenen Hafen Gedser anzulaufen, obwohl er dazu in internationalen Gewässern nicht verpflichtet ist.
Einen Tag vor den Vorfällen hatte Greenpeace eindringlich vor Gefahren sowohl vor Gibraltar als auch in der viel befahrenen Kadetrinne gewarnt. Vor der britischen Kolonie nahm die Polizei während einer Protestaktion der Umweltschützer sechs Greenpeace-Mitglieder und 14 spanische Reporter einstweilen fest. Vier Aktivisten befanden sich am Dienstag weiterhin in Haft. Madrid erhob in London offiziellen Protest und verlangte eine Erklärung für die Festnahmen.
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