Sozialdemokraten holen in Niederlanden vor Wahl auf
- Umfrage sieht Partei der Arbeit auf Rang eins
- Rechtspopulisten vor dramatischen Verlusten
Im Kampf um die Wählerstimmen bei der Parlamentswahl in den Niederlanden an diesem Mittwoch haben die Sozialdemokraten in den letzten Umfragen überraschend aufgeholt. Die Partei der Arbeit (PvdA), die bei der Wahl vor acht Monaten die Hälfte ihrer Parlamentssitze verloren hatte, kann den Wählerumfragen zufolge wieder stärkste Fraktion werden. Statt der zuletzt noch 23 Mandate könne sie mit 42 der insgesamt 150 Sitze rechnen. Der Anteil der unentschiedenen Wähler sei aber noch groß.
Einer am Montagabend veröffentlichen Studie im Auftrag des öffentlichen Fernsehens zufolge kommt die PvdA auf 42 der 150 Sitze im Parlament. Bisher war die Partei mit nur 23 Abgeordneten vertreten. Die Christdemokraten (CDA) des bisherigen Regierungschefs Jan Peter Balkenende kommen laut den Meinungsforschern auf 40 Sitze, das entspricht einem Verlust von drei Mandaten.
Der rechtspopulistischen Liste Pim Fortuyn (LPF), die nach der Ermordung ihres Gründers bei der Wahl im vergangenen Mai aus dem Nichts zur zweitstärksten politischen Kraft im Königreich geworden war, prognostizieren die Meinungsforscher herbe Verluste. Sie soll demnach auf nur noch sieben statt bisher 26 Sitze kommen. Auf der Gewinnerseite sehen die Demoskopen auch die Liberale Partei, die derzeit in der Koalition aus CDA und LPF mitregiert. Sie soll fünf Sitze hinzugewinnen und damit auf insgesamt 29 kommen.
Zu Beginn des Wahlkampfs sah es zunächst danach aus, dass die Christdemokraten (CDA) von Ministerpräsident Balkenende wieder eindeutig stärkste Kraft werden würden. Für diesen Fall wollten sie die Regierungskoalition mit den Liberalen (VVD), aber ohne die LPF, erneuern. Die Neuwahlen in den Niederlanden wurden notwendig, nachdem die Koalition im Oktober nach nicht einmal hundert Tagen im Amt auseinander gebrochen war. Grund war der Rücktritt von zwei Ministern der Liste Pim Fortuyn wegen eines innerparteilichen Zwists.
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