Sonntag, 26. Jänner 2003

5.500 FPÖ-Wähler wechselten zur KPÖ, 6.500 zur ÖVP

  • SORA: Viele FPÖ- und SPÖ-Wähler bleiben zu Hause
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Auf einen ungewöhnlichen Wählerwechsel ist der Wahlerfolg der KPÖ bei der Gemeinderatswahl in Graz zurückzuführen: 5.500 Wähler, die 1998 für die FPÖ votierten, haben am Sonntag die KPÖ gewählt. Außerdem konnte sie rund 7.000 Nichtwähler mobilisieren. Die ÖVP hat wie schon bei der Nationalratswahl vom FPÖ-Absturz profitiert, 6.500 Ex-FPÖ-Wähler wechselten zu ihr.

11.000 frühere FPÖ-Wähler blieben heute zu Hause, analysierte das SORA-Institut. Der Wechsel von der FPÖ zur KPÖ und an die "Nichtwähler" sind für SORA deutliche Zeichen, dass es sich um eine Protestwahl handelte.

Hauptursache des Verlustes der SPÖ ist, dass sie ihre Wähler nicht mobilisieren konnte: Etwa jeder fünfte 98er-Wähler (7.500) ist heute zu Hause geblieben. Die - wie schon bei der Nationalratswahl - geringen Zugewinne aus dem freiheitlichen Lager (1.700 in Graz) konnten das nicht kompensieren.

SORA stellt für FPÖ und ÖVP auch Veränderungen gegenüber der Nationalratswahl fest: Anders als am 24. November sind in Graz viele der früheren FPÖ-Wähler zu Hause geblieben. Bei der ÖVP hat sich die Zuwanderung von FPÖ-Wählern etwas abgeschwächt; sie hatte auch von allen anderen Parteien kleinere Stimmengewinne.

Die Grünen haben in Graz vom schlechten Abschneiden der Kleinparteien profitiert. Der Stimmenausgleich mit den anderen Parteien ist laut SORA relativ gering. Die Analyse der Grazer Wahlbewegungen beruht laut SORA auf Schätzungen auf Basis einer Umfrage unter 400 Wahlberechtigten von Mitte Jänner.

26.1.2003 19:39