90.000 Verletzte bei Skiunfälle pro Jahr
- Hauptursachen Übermüdung, Bindungsmängel & Regelunkenntnis

Durchschnittlich verletzen sich rund 90.000 Menschen pro Jahr auf Österreichs Pisten. Das teilte das Institut "Sicher Leben" am Freitag in einer Aussendung mit. 67.000 Personen verunfallen so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Als Hauptursachen nannte das Institut Übermüdung, Bindungsmängel und fehlende Regelkenntnisse. Das Unfallrisiko ist am Nachmittag um rund 50 Prozent höher als am Vormittag, hieß es.
Allein in den zwei Stunden zwischen 14.00 und 16.00 Uhr ereignen sich 38 Prozent aller Unfälle, erklärte "Sicher Leben" unter Berufung auf die Österreichische Freizeitunfallstatistik. Einige Tipps: "Hören Sie also auf Ihren Körper, machen Sie Pausen, fahren Sie nicht ständig am Limit, trinken Sie ausreichend, aber keinen Alkohol. Wenn Sie sich müde fühlen, und die Beine nicht mehr richtig gehorchen, legen Sie Pausen ein oder beenden Sie den Skitag früher als gewohnt. Sonst wird es am nächsten Tag noch schlimmer, oder es kommt zur Zwangspause wegen einer Verletzung", riet Rupert Kisser, Leiter des Instituts.
Eine weitere führende Verletzungsursache sind mangelhaft gewartete Skibindungen. "Bestehen Sie auf die Verwendung eines geeichten Prüfgerätes. Dafür erhalten Sie das goldene Prüfsiegel. Bei Einstellung mit Hilfe einer Tabelle gibt es das silberne, das aber deutlich weniger Sicherheit bietet", empfahl Kisser.
Rund acht Prozent der Unfälle entstehen durch Zusammenstöße - die Verletzungen sind dabei meist schwerer. Oft ist daran die Unkenntnis der Pistenregeln schuld, erklärte das Institut. "Sicher Leben"-Chef Kisser: "Es ist völlig unakzeptabel, dass so wenige Menschen die Pisten-Verkehrsordnung kennen. Viele glauben zum Beispiel, dass der Rechtsvorrang gilt, was völlig unsinnig wäre. In Wahrheit hat der langsamere vor einem fahrende Pistenbenützer den Vorrang."
Aus diesen Gründen wurde die Aktion "Sicher auf der Piste" von der Arbeitsgruppe "Safer Snow - More Fun" gestartet. Dazu gehören das Institut "Sicher Leben", der Österreichische Skiverband, der Fachverband der Seilbahnen, der Österreichische Skischulverband, der Verband der Sportartikelerzeuger und Sportausrüster, das Bundesgremium Sportfachhandel der Wirtschaftskammer, die Österreichische Bergrettung, die Naturfreunde, die Werbeagentur Sitour und das Bildungsministerium. Pistenbenützer sollen dabei besser über die Regeln sicheren Skilaufs informiert werden. Comic-artige Aufkleber für Seilbahngondeln und eine kleine Broschüre liefern eine Art Gebrauchsanleitung für Pistenbenützer.
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