Donnerstag, 23. Jänner 2003

WAZ-Chef in NEWS: "Krone soll österreichisch bleiben"

  • "Chefredakteursposten an Christoph ist Nepotismus"

In einem NEWS-Interview sagte WAZ-Chef Erich Schumann im Feburar 2003 zum Konflikt mit seinem 50-Prozent-Partner in der "Krone", Hans Dichand:

Schumann dementiert den "nationalen" Charakter des Konflikts: "Die Krone ist sehr österreichisch und soll es bleiben. Wir wissen, dass es wichtig ist, dass die "Krone" nur von österreichischen Journalisten gemacht wird, am liebsten mit Führungspersonen, die dort seit Jahren Leistungsträger sind. Herr Dichand hat die Zeitung ja nicht allein gemacht".

Schumann über Christoph Dichand: "Er ist Jurist, nicht Journalist, hat keine Praxis, kein Talent. Dass Hans Dichand seinem Sohn den Chefredakteursposten übergeben will, ist ein Fall von ungeheurem Nepotismus".

Zu seinen Differenzen mit Hans Dichand: "Ich bin ein echter Liberaler, Herr Dichand gibt sich als Liberaler, wenn es ihm ins Konzept passt. Wer solch nationalistische Töne gegen die Deutschen anschlägt und wer einen Nachbarn zum Feindbild macht, kann kein Liberaler sein."

Zur wirtschaftlichen Lage der "Krone": "Wir wollen, dass die "Krone" Ihre mangelnde Ertragslage in den Griff bekommt, ohne personelle Abbaumassnahmen, vor allem ohne willkürliche Kündigungen wie durch Dichand. Hans Dichand muss das nicht kümmern, er erhält nämlich vertraglich einen Vorabgewinn von rund 10 Millionen Euro, er ist finanziell ohne Risiko, auch in schlechten Zeiten."

Zum redaktionellen Kurs der "Krone": "Wir haben interveniert, wenn es zu arge nationalistische oder antisemitische Töne gab. Aber an sich nehmen wir prinzipiell keinen Einfluß auf die Redaktionen unserer Zeitungen, schon gar nicht auf ausländische. Trotzdem wundert es uns sehr, wie Hans Dichand sich dessen rühmt, einmal eine Kampagne gegen die Bildung der vergangenen Regierung gefahren zu sein und jetzt zur Wiederwahl des Kanzlers beigetragen zu haben".

23.1.2003 08:27