Zilk und Häupl für "Krone" in österreichischer Hand
- Keine Nachricht von Christoph Dichand - weiter auf Tauchstation
- WAZ in Sorge um ihr "österreichisches Produkt"
·Streit um Krone
Für Dichand geht es um zehn Mio. Euro
·Laut Dragon
Konflikt schadet der "Kronen-Zeitung"
·News im Detail
Der Streit um die 'Krone' im Überblick
·Krone-Streit
Dichand beruft sich auf WAZ-Vertrag
Christoph Dichand, der ab 1. Februar offiziell die Chefredaktion der "Kronen Zeitung" übernehmen soll, bleibt weiter verschwunden - auch am Dienstag war er nicht zu erreichen. Für den Wiener Altbürgermeister und "Krone"-Ombudsmann, Helmut Zilk, wäre es indes sinnvoll, wenn die Nachfolge von "Krone"-Chef Dichand "im österreichischen Haus" gelöst würde. Ähnlich äußerte sich auch der Wiener Bürgermeister Michael Häupl. Entsprechend berichtet die 'Krone' erstmals in eigener Sache - bislang hatte sie sich zum Dichand-WAZ-Streit ausgeschwiegen.
Häupl halte es für "schon sehr wichtig", dass die "Kronen Zeitung" in österreichischer Hand bleibt.
Zilk: "'Krone' soll österreichisch bleiben"
Bis vor Kurzem sei es um die Besetzung der Chefredaktion gegangen. "Das geht mich nichts an", so Häupl am Dienstag bei seiner wöchentlichen Pressekonferenz. Das sei eine Entscheidung innerhalb des Unternehmens. Jetzt habe sich das aber geändert: Nach der jüngsten Weiterentwicklung sage er, "dass jeder österreichische Zeitungsleser und somit auch der Wiener Bürgermeister das größte Interesse daran hat, dass die größte Zeitung Österreichs auch in österreichischer Hand bleibt". Da gehe es nicht um Besitzanteile, sondern um die "reale und lebendige Zeitung", um das Produkt, betonte Häupl.
Zilk gab sich angesichts des Streits zwischen Dichand und der WAZ-Gruppe gelassen: "Ich schließe nicht aus, dass es Kompromisse gibt." Der Erfolg der "Krone" sei jedenfalls nicht nur einem einzigen Mann zuzuschreiben, sie sei auch die Zeitung ihrer Redakteure. "Verhältnismäßig geringe Sorgen" macht sich Zilk um die von den deutschen Partnern kritisierte geschäftliche Lage der "Krone". "Ich weiß nicht, wie viele andere Zeitungen einen solchen Reingewinn machen", so der Altbürgermeister.
"Krone" berichtet erstmals in eigener Sache
Erstmals hat nun die "Kronen Zeitung" selbst ihre Leser über den Konflikt mit Hälfte-Eigentümer WAZ informiert. Und zwar gleich mit einem Aufmacher: "Häupl für eine österreichische Kronen Zeitung" titelt das Blatt in seiner Mittwoch-Ausgabe. Damit bezieht sich die "Krone" auf Aussagen von Wiens Bürgermeister Michael Häupl (S), der es am Dienstag für "schon sehr wichtig" gehalten hatte, dass die Zeitung in österreichischer Hand bleibe.
"Wiens Bürgermeister nimmt nun Stellung" berichtet denn auch die "Krone" am Mittwoch und liefert die "Vorgeschichte in Kurzform". Dabei wird einmal mehr betont, dass die Übergabe der Chefredaktion an Christoph Dichand "aufgrund von Verträgen rechtlich abgesichert ist". Der Bürgermeister melde sich "im Kampf um die 'Krone'", wie die Zeitung wörtlich schreibt, nun zu Wort, da es nun "um mehr" als eine unternehmensinterne Entscheidung gehe.
WAZ besorgt um ihr Produkt
Beim Machtkampf um die "Kronen Zeitung" handle es sich keinesfalls um einen deutsch-österreichischen Konflikt, wie es "Krone"-Chef Hans Dichand suggeriere, erklärte die WAZ-Gruppe am Dienstagabend in Essen. Dies sei "lächerlich", seine Unterstellungen, die "WAZ" plane den deutschen Einfluss im Blatt auszubauen, seien falsch. Als Hauptgeschäftsführer handle Dichand pflicht- und rechtswidrig. "Die WAZ ist in Sorge um ihr österreichisches Produkt."
Die Mediengruppe versicherte, dass das Blatt ein österreichisches Produkt bleiben werde. "Die WAZ-Mediengruppe hat immer erklärt und hat auch die feste Absicht, das für die Zukunft fortzuschreiben, dass die Kronenzeitung von österreichischen Journalisten geführt, gemacht und gestaltet wird." Die "Kronen Zeitung" titelt in ihrer morgigen Ausgabe in eigener Sache "für eine österreichische 'Kronen Zeitung'" und schreibt wörtlich vom "Kampf um die 'Krone'".
Christoph Dichand ist ein 'bescheidener Mann'
Nicht äußern wollte sich Zilk zu den journalistischen Qualitäten von Dichands Sohn Christoph, der nach Wunsch seines Vaters mit 1. Februar die Chefredaktion übernehmen soll. Zu Branchenspekulationen, wonach Dichand jun. - anders als im Impressum ausgewiesen - gar nicht die sonntägliche "Krone bunt" leite, meinte er lediglich: "Ich habe einmal mit der 'Krone bunt' Kontakt gehabt, und da habe ich mit ihm gesprochen." Christoph Dichand sei jedenfalls ein gebildeter, sehr ruhiger und bescheidener Mensch. "Bescheiden nicht im Geiste, sondern im Charakter", wie Zilk sich anzumerken beeilte. Beweisen werde er sich jedenfalls - wie jeder andere - erst in der Praxis können.
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