Mittwoch, 15. Jänner 2003

UMTS in Japan mit Anlaufschwierigkeiten

  • 3G in Japan seit 2001 auf dem Markt
  • NTT Docomo: Bisher erst 150.000 UMTS-Kunden

Der Aufbau der dritten Mobilfunkgeneration - UMTS oder kurz 3G genannt - verläuft europaweit nur schleppend. In Japan - dem weltweit drittgrößten Mobilfunkmarkt nach China und den USA - wird 3G seit Oktober 2001 angeboten. Doch sogar im technologiebesessenen "Land der aufgehenden Sonne" ist die dritte Mobilfunkgeneration bisher nur wenig erfolgreich.

Die Telekomindustrie habe sich zuletzt zu sehr auf Technologie statt auf interessante Anwendungen konzentriert, lautete der Tenor auf dem international besetzten Mobilfunkkongress "3G Mobile Forum" in Tokio.

3G in Japan seit 2001 auf dem Markt
Japans größter Mobilfunkbetreiber NTT Docomo hatte den UMTS-Start zwei Mal verschoben und die dritte Generation schließlich im Oktober 2001 unter dem Namen FOMA (Freedom of Mobile Multimedia Access) gestartet. Doch der erhoffte Erfolg blieb bisher aus: Vor wenigen Wochen wurden die Prognosen für das 384 Kilobit schnelle Netz massiv nach unten revidiert. Bis Ende März 2003 erwartet Docomo nun statt 1,38 Millionen Nutzern nur mehr 320.000. Derzeit gibt es rund 150.000 UMTS-Kunden.

Hohe Investitionskosten, wenig Kunden
NTT Docomo kämpft nicht nur mit hohen Investitionskosten, sondern auch mit geringer Verbreitungsdichte, zu wenig Inhalten und zu hohen Preisen. Außerdem sind die 3G-Handys nicht mit der bestehenden zweiten Mobilfunkgeneration kompatibel, daher können die Geräte nur als Zweitgeräte benutzt werden. Außerdem müssen die Akkus der Handys schon nach kurzer Zeit wieder aufgeladen werden. Die europäischen Mobilfunkbetreiber Europas versuchen nun, Lehren aus dem UMTS-Fehlstart in Japan zu ziehen.

In Japan gibt es insgesamt mehr als 73 Millionen Mobilfunkkunden. Auf den Marktführer NTT Docomo entfallen 44,9 Millionen Kunden, davon nützen 35,6 Millionen den erfolgreichen mobilen Internetdienst i-mode und 150.000 Kunden den UMTS-Dienst Foma. Dahinter folgen fast ex aequo die Vodafone-Beteiligung J-Phone mit 13,32 Millionen Kunden und KDDI mit 13,47 Millionen Kunden. J-Phone hatte am 20. Dezember 2002 als dritter Anbieter die dritte Mobilfunkgeneration gelauncht. Die Handyverbreitung ist in Japan mit knapp 60 Prozent allerdings geringer als in vielen europäischen Ländern. In Österreich liegt die Verbreitung derzeit vergleichsweise bei leicht über 80 Prozent.

15.1.2003 14:44