Freitag, 17. Jänner 2003

Microsoft zahlt erstmals Dividende

  • Quartal-Ergebnisse deutlich besser, Aufschwung lässt warten
  • Bill Gates dürfte knapp 100 Mio. Dollar einstreifen

Der US-Softwarehersteller Microsoft will seinen Aktionären erstmals in der Konzerngeschichte eine Dividende zahlen. Diese dürfte Firmengründer und Chairman Bill Gates zusätzliche Einnahmen über knapp 100 Mio. Dollar (94,7 Mill. Euro) bescheren.

Im abgelaufenen Geschäftsquartal konnte Microsoft angesichts von Rekordumsätzen beim Gewinn die Erwartungen an der Börse leicht übertreffen. Das Unternehmen sieht allerdings nach eigenen Angaben auf kurze Sicht keinen deutlichen Aufschwung bei den weltweiten Ausgaben für Informationstechnologie. Microsoft-Aktien fielen am Donnerstag im nachbörslichen Instinet-Handel zu ihrem Schlusskurs um zwei Dollar auf 53,35 Dollar.

Der Gewinn im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2002/2003 (zum 30. Juni) habe 2,55 (Vorjahreszeitraum 2,28) Mrd. Dollar oder 0,47 (0,41) Dollar je Aktie betragen, teilte das in Redmond (Washington) ansässige Unternehmen nach Börsenschluss mit. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem etwas geringeren Gewinn je Aktie von 0,46 Dollar gerechnet. Mit 8,54 (7,74) Mrd. Dollar erzielte der Konzern einen Rekordumsatz im Quartal zum 31. Dezember 2002.

Börsengang 1986 - jetzt 1. Dividende
Für das Geschäftsjahr will das Unternehmen erstmals seit dem Börsengang 1986 eine Dividende von 0,16 Dollar je Aktie (vor dem Aktiensplit) bezahlen. "Dies ist die rechte Zeit, und es zeigt unseren Optimismus für die langfristige Zukunft", sagte Finanzchef John Connors.

Der Aktiensplit ist für den 27. Jänner vorgesehen. Aktionäre mit Status vom 21. Februar werden dann am 7. März eine Dividende von acht Cent je Aktie erhalten. Bei einer Aktienzahl von dann etwa 10,88 Mrd. dürfte die Dividendensumme bei 870,6 Mio. Dollar liegen. Hiervon fließen 16,5 Prozent dem Spitzenmanagement zu.

Guter Verkauf von Xbox
Die Spielkonsole Xbox hat sich nach Firmenangaben im wichtigen Weihnachtsgeschäft gut verkauft. Vor allem der Online-Zusatz Xbox Live sei seit Verkaufsstart im November mehr als 250.000 Mal über die Ladentheke gegangen und habe damit die internen Erwartungen übertroffen, hieß es weiter.

Microsoft ist bekannt durch seine weit verbreiteten PC-Betriebssysteme der Windows-Familie, das Online-Angebot MSN sowie die MS-Office Büroanwendungen.

Nach der letzten öffentlichen Darlegung vom 19. September 2002 besaß Firmengründer Gates 621,7 Mio. Aktien. Hieraus würde sich eine Dividende von 99,5 Mio. Dollar ergeben. Microsoft-Chef Steve Ballmer kann mit seinen 235,5 Mio. Aktien entsprechend eine Dividende von 37,7 Mio. Dollar erwarten. Nach den Plänen von US-Präsident George W. Bush sollen Dividenden künftig steuerfrei ausgezahlt werden.

17.1.2003 10:07