Freitag, 17. Jänner 2003

AMD, Sun und IBM unter Druck

  • Microsoft zahlt erstmals Dividende
  • eBay schafft gegen Trend Rekordjahr

Die US-Computerbranche bleibt unter Druck: Der Gewinn von Branchenprimus IBM hat sich im vergangenen Jahr halbiert, der Chiphersteller AMD und der Großrechner-Anbieter Sun Microsystems machten Milliardenverluste. Fels in der Brandung bleibt der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft, der nach erneuten Milliardengewinnen erstmals eine Dividende an seine Aktionäre ausschütten will. Auch der führende Online-Auktionshaus eBay hat gegen den Trend der Branche im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erreicht.

Hintergrund für die Probleme der Branche ist die andauernde Investitionszurückhaltung der Unternehmen. Hoffnung auf eine Erholung machte allerdings das Marktforschungsinstitut Gartner Dataquest. Nach einer Studie wuchs der weltweite PC-Markt 2002 um 2,7 Prozent im Vergleich zur entsprechenden Vorjahreszeit.

IBM
Bei IBM lasteten auch Unternehmenszukäufe wie der Erwerb der Consultingfirma PricewaterhouseCoopers auf dem Ergebnis. Der Jahresgewinn fiel um 53,7 Prozent auf 3,6 Mrd. Dollar (3,4 Mrd. Euro), teilte das Unternehmen nach Börsenschluss am Donnerstag mit. Bereits sechs Quartale in Folge meldet IBM nun schrumpfende Gewinne. Der Jahresumsatz sank um 2,3 Prozent auf 81,2 Mrd. Dollar.

AMD
Beim weltweit zweitgrößtem PC-Chiphersteller AMD führten hohe Sonderbelastungen 2002 zu einem Verlust von 1,3 Mrd. Dollar nach einem Minus von gut 60 Mio. Dollar im Vorjahr. Der Umsatz sackte gegenüber 2001 um 31 Prozent auf 2,7 Mrd. Dollar ab. Die Advanced Micro Devices Inc. steht in einem scharfen Konkurrenzkampf mit Branchenführer Intel, der unter anderem zu heftigen Preisschlachten geführt hatte. Intel konnte den Gewinn im vergangenen Jahr mit 3,1 Mrd. Dollar mehr als verdoppeln.

Allein im Schlussquartal waren bei AMD Sonderbelastungen von 331 Mio. Dollar für Kündigungen, die Konsolidierung von Betrieben und Wertberichtigungen angefallen. Das Unternehmen will im laufenden Quartal erstmals von Kostensenkungen profitieren. Für Februar und April sind neue Chips angekündigt.

Sun Microsystems
Sun Microsystems, einem führenden Anbieter von Großrechnern für Computernetzwerke, bescherten hohe Wertberichtigungen und Sonderbelastungen den bisher höchsten Quartalsverlust von 2,3 Mrd. Dollar. Hauptgrund für die Verluste im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2002/2003 waren Berichtigungen auf im Wert gefallene Investments und Vermögenswerte in Höhe von 2,13 Mrd. Dollar. Vor einem Jahr waren bereits rote Quartalszahlen von 431 Mio. Dollar angefallen.

Microsoft
Dagegen macht der Microsoft-Konzern, der mit Windows den Markt für PC-Betriebssysteme dominiert, weiterhin steigende Milliardengewinne und will erstmals in der Firmengeschichte eine Dividende zahlen. Zugleich wurde ein Aktiensplit in Verhältnis von zwei zu eins angekündigt. Die Aktionäre sollen vor dem Aktiensplit 16 Cent Dividende je Aktie pro Jahr erhalten und nach dem Aktiensplit acht Cent je Aktie.

Microsoft-Gründer Bill Gates wird mit seiner rund elfprozentigen Beteiligung jährlich rund 99 Mio. Dollar Dividende erhalten, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Die Ausschüttung macht insgesamt etwa 870 Mio. Dollar aus. Microsoft sitzt auf riesigen liquiden Mitteln von 43,4 Mrd. Dollar aber hat seinen Aktionären noch nie einen Cent Dividende gezahlt.

In dem am 31. Dezember 2002 beendeten zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2002/2003 steigerte Microsoft den Gewinn um knapp zwölf Prozent auf 2,55 Mrd. Dollar. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres steigerte der Softwareriese den Gewinn damit um fast 48 Prozent auf 5,28 Mrd. Dollar. Der Quartalsumsatz stieg um gut neun Prozent auf 8,54 Mrd. Dollar.

eBay
Auch das Internet-Auktionshaus eBay Inc hat gegen den Branchentrend den Gewinn im abgelaufenen vierten Quartal mehr als verdreifacht und seine Prognosen für das Geschäftsjahr 2003 angehoben. Der Reingewinn sei im abgelaufenen Quartal auf 87 Mio. Dollar oder 28 Cent je Aktie gestiegen, verglichen mit 25,9 Mio. Dollar oder neun Cent je Aktie im Vorjahresquartal, teilte der US-Konzern am Donnerstag in kalifornischen San Jose mit.

Weitere Informationen:

  • IBM-Website
  • AMD-Website
  • Sun-Website
  • Microsoft-Website
  • eBay-Website

    17.1.2003 16:59