Montag, 13. Jänner 2003

JoWood erklärt sich nach Kapitalerhöhung für gerettet

  • Drei Millionen Euro bei Investoren platziert
  • Hausbanken stimmten Finanzierungskonzept zu

Österreichs größter Computerspiele-Hersteller, JoWooD Productions Software AG, konnte im Zuge seiner Kapitalerhöhung mehr als 3 Mio. Euro bei Investoren platzieren und sieht seine Zukunft nunmehr gesichert. Die für die Restrukturierung benötigten 2,5 Mio. Euro seien überschritten worden, und gleichzeitig hätten auch die Hausbanken dem umfassenden Finanzierungskonzept zugestimmt und würden die Zusammenarbeit mit JoWooD fortsetzen, teilte das an der Wiener Börse notierte Unternehmen mit.

Die Details zur Kapitalerhöhung, Restrukturierungsplan und operativer Entwicklung will Aufsichtsratschef Christian Wolff gemeinsam mit dem neuen Finanzvorstand und Investor-Relations-Zuständigen Michael Pistauer und sowie Vorstand Andreas Tobler und Entwicklungsvorstand Thomas Kirchenkamp am Dienstag in einem Pressegespräch in Wien präsentieren. Pistauer war bisher Geschäftsführer von Deloitte&Touche Corporate Finance und hat gemeinsam mit Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft das Restrukturierungskonzept der JoWooD erarbeitet.

"Gothic II" erfolgreichstes JoWood-Spiel
Parallel zu den laufenden Gesprächen habe sich "Gothic II" zum bisher erfolgreichsten Spiel der JoWooD-Geschichte entwickelte. Bereits im hart umkämpften Weihnachtsgeschäft erreichte Gothic II Platz 1 der deutschen Media-Control Charts - noch vor Herr der Ringe und Harry Potter. Damit ergebe sich im 4. Quartal 2002 eine eindeutig positive Tendenz, erklärte JoWooD am Sonntagabend in einer Ad-hoc-Aussendung.

Wie berichtet plante JoWood, im Rahmen der bis Freitag Abend laufenden Zeichnungsfrist, bis zu 5 Mio. neue Aktien zu einem Ausgabepreis von jeweils mindestens 1,00 Euro bei Investoren zu platzieren. Die Aufstockung des Grundkapitals um bis zu 5 Mio. Euro auf bis zu 12,64 Mio. Euro war kurz vor Weihnachten in einer außerordentlichen Hauptversammlung von den Aktionären beschlossen worden.

Jahr 2002 mit Megaverlust
JoWooD hatte in den ersten drei Quartalen 2002 wie berichtet einen operativen Megaverlust von 42,9 Mio. Euro angehäuft. Sanieren will sich das Unternehmen nach bisherigen Angaben durch eine "massive Fokussierung auf das Entwicklungsgeschäft mit einer Zusammenlegung mehrerer Standorte". Das Motto lautet: Konzentration auf Computerspiele im oberen Preissegment. Angekündigt wurde auch der Abbau von rund der Hälfte der bisher rund 280 Mitarbeiter.

13.1.2003 11:38