Maiers Geheimplan: "Ich will zur WM"
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Herminator beim Abfahrts-Comeback
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Kampfansage: Jetzt hofft der Herminator sogar auf einen WM-Start. Und will in Kitz den Super-G fahren. Maiermania: Wie die Fans auf das Comeback reagieren. Und Maiers „Auferstehung“ den Skizirkus belebt.
Die eigentliche Sensation passierte drei Stunden nach dem Rennen, als Hermann Maier ins Auto stieg und von Adelboden nach Wengen fuhr, zum Training auf der Lauberhorn-Abfahrt, der längsten Rennstrecke der Welt. Und damit jene Spekulationen nährte, die noch immer auf einen Start des „Herminators“ bei der Ski-WM in St. Moritz ab 1. Februar hoffen. Tatsächlich redet der zweifache Olympiasieger, zweifache Weltmeister und dreifache Gesamtweltcupgewinner im NEWS-Interview erstmals Klartext. Maier: „Ich hab diese WM sicher noch nicht abgeschrieben.“
Am Lauberhorn will er sich weiter ans Renntempo gewöhnen, das richtige Timing finden und sein Gefühl für extreme Schräglagen. Lauter Dinge, die ihn vor seinem schweren Motorradunfall im August 2001 fast unschlagbar gemacht hatten. Sogar ein Start auf der berühmt-berüchtigten Streif, zumindest im Super-G am 24. Jänner, wird inzwischen nicht mehr ganz ausgeschlossen.
Vier Wochen Zeit
Aber auch ohne entsprechende Platzierungen vor den WM-Rennen wäre der Zug nach St. Moritz noch lange nicht abgefahren. Der WM-Riesentorlauf zum Beispiel wird erst in vier Wochen, am 14. Februar, gefahren. Zeit genug für einen wie den „Herminator“, der seit Ende letzten Jahres im Training Tag für Tag überraschend große Sprünge nach vorne gemacht hat. Und der es, wie sein Start in Adelboden zeigt, mit Sicherheit noch einmal wissen will. Maier knapp: „Eher früher als später.“
Erste Enttäuschung
Dabei war der auf dem Kuonisbergli überraschend in den Weltcupzirkus zurückgekehrte Ski-Superstar nach dem 1. Durchgang enttäuscht und mit sich unzufrieden ins Teamquartier zurückgekehrt: Um lächerliche fünf Hundertstelsekunden hatte er als 31. die Qualifikation für den 2. Durchgang verpasst. „Da war mehr drinnen, mir ist im Schlusshang einfach die Luft ausgegangen.“ Aber nach kurzer Beratung waren sich die Trainer und ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel einig: Hermann Maier hat sich weitere Starts im Weltcup verdient. Und ein Betreuer meinte sogar augenzwinkernd: „Der ist schneller zurück, als es manchem Konkurrenten lieb ist. Warum sollte er beim Super-G in Kitzbühel nicht sogar aus eigener Kraft den Sprung in unser WM-Team schaffen? In dieser Disziplin waren wir heuer ohnehin nicht überragend.“
Im Gegensatz dazu hält NEWS-Kommentator Armin Assinger einen WM-Start Maiers „so oder so für völlig undenkbar“. Mit einem großen „Aber“. Assinger: „Vielleicht nehmen sie ihn in der Hoffnung mit, dass er bis dahin wieder fast der Alte ist. Und lassen ihn dort dann zumindest im Riesentorlauf Qualifikation fahren. Wenn er weiter so rasante Fortschritte macht, ist sicher alles möglich, auch das Unmögliche.“
Magnet Maier
Wie wichtig Hermann Maier für den gesamten Skizirkus ist, zeigte sich an diesem Dienstag im Berner Oberland. Kaum war die Meldung vom Comeback des Skistars über die internationalen Medien gelaufen, setzte ein fast unglaublicher Journalisten-Ansturm auf das ansonsten verschlafene Schweizer Skidorf ein. Bereits bei der Hangbefahrung am Tag vor dem Rennen kämpften Dutzende TV-Teams um die besten Kamerapositionen entlang der Strecke. Im Zielraum warteten mehr als 200 Berichterstatter auf Maiers erste Wortspenden. Zu „Normalzeiten“ sind es nicht einmal die Hälfte. Am Renntag selbst waren die Tribünen im Zielgelände bis zum letzten Platz ausverkauft. Alles fieberte dem Start des Superstars entgegen und zitterte mit ihm um die Qualifikation für den zweiten Durchgang.
W. Unterweger, Adelboden
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