Sonntag, 19. Jänner 2003

Umberto Agnelli wird Fiat-Führung übernehmen

  • Autosparte soll vom Rest des Konzerns getrennt werden

Umberto Agnelli, Präsident der Fiat-Finanzholding Ifi, und Bruder des Ehrenpräsidenten der Turiner Autogruppe, Giovanni Agnelli, wird im Juli das Ruder des krisengeschüttelten Konzerns in die Hand nehmen. Laut Tageszeitung "La Repubblica" (Sonntagsausgabe) wird der 73-Jährige die Konzernführung übernehmen, nachdem der amtierende Präsident Paolo Fresco, im Juli in den Ruhestand treten wird.

Der Beschluss ist laut der Tageszeitung ein Zeichen des starken Willens der Familie Agnelli, Hauptaktionärin des Konzerns, das Unternehmen zu retten und nicht an andere Investoren anzuvertrauen. Die Turiner Unternehmerdynastie wehre sich gegen den Sanierungsplan des lombardischen Finanziers Roberto Colaninno heftig, der zur Fiat- Rettung frische Finanzmittel im Wert von acht Mrd. Euro auftreiben will, dafür aber die Führung des Konzerns beansprucht, so die Tageszeitung.

Laut "Repubblica" plant die Familie Agnelli die Trennung der Autosparte vom Rest des Konzerns. Mit den Gläubigerbanken und historischen Aktionären wie Deutsche Bank, Generali, San Paolo Imi und Mediobanca wolle die Unternehmerdynastie in einer ersten Phase eine Kapitalaufstockung im Wert von drei Mrd. Euro über die Bühne bringen. Die Kapitalaufstockung sei der erste Schritt in Richtung einer Trennung der Fiat Auto, die mit dem Sportwagenhersteller Ferrari fusioniert und eventuell an die Börse gebracht werden könnte.

19.1.2003 15:07