Streik: Schwarzer Montag im italienischen Flugverkehr
- Auch Verbindung Wien-Rom bzw. Rom-Wien betroffen
- Zehntausende Passagiere saßen fest
Wegen eines Streiks im italienischen Flugverkehr haben am Montag mehr als 30.000 Passagiere an italienischen Flughäfen festgesessen. Um 8.00 Uhr legten Piloten, Flugbegleiter und Bodenpersonal der staatlichen Fluggesellschaft Alitalia für acht Stunden ihre Arbeit nieder, um gegen angekündigte Stellenstreichungen zu protestieren, berichtete die Agentur Telenews am Flughafen Rom-Fiumicino.
Schwarzer Montag für den italienischen Flugverkehr wegen Streiks - TM
Auch die Fluglotsen, die Angestellten der Flughafenverwaltungen und der Catering-Firmen schlossen sich für vier Stunden den Streikenden an, um gegen Stellenabbau und die geplante Liberalisierung des Flugsektors zu stoppen. Am Wiener Flughafen in Schwechat war die einzige Möglichkeit, außer mit der Bahn oder per Auto nach Italien zu kommen, die Morgenmaschine der Alitalia, die um 7.30 Uhr abflog. Danach wurden sieben Flüge in das Nachbarland - auch jene der AUA - gestrichen, teilte Flughafensprecher Hans Mayer auf APA-Anfrage mit. "Aber die Leute sind darauf vorbereitet", so Mayer.
Alitalia strich 320 Flüge, davon 140 Auslandsverbindungen. Bereits vor Streikbeginn kam es am Flughafen Rom-Fiumicino zu erheblichen Behinderungen. Ein Dutzend Flugzeuge verschiedener Gesellschaften, die sich vor Streikbeginn bereits auf der Startbahn befanden, mussten ihre Motoren wieder abstellen und die Passagiere zum Aussteigen bewegen. Ein Pilot der italienischen Gesellschaft Volare Airlines beschwerte sich, dass er auf der Piste warten musste, um seine Fluggäste anschließend wieder auszuladen. Auch auf den Mailänder Flughäfen Linate und Malpensa folgte das Flugpersonal dem Aufruf von neun Gewerkschaften.
Ausländische Fluggesellschaften waren ebenfalls von den Streiks betroffen. Air France, Iberia und British Airways mussten am Montag in der Früh mehrere ihrer von Italien startenden Flüge streichen. Auch am Airport Frankfurt/Main kam es zu Flugausfällen. 36 Flüge von Alitalia und Lufthansa aus und nach Italien wurden annulliert.
Am 5. Mai ist ein weiterer Streik bei der Alitalia wegen dem von der Fluggesellschaft beschlossenen Sanierungsplan geplant.
Auch Eisenbahner streikten
Wegen des 24-stündigen Eisenbahnerstreiks, der am vergangenen Samstag um 21.00 Uhr begonnen hat, sind ein Großteil der italienischen Bahnhöfe am Sonntag leer geblieben. Laut Gewerkschaften fuhren am Sonntag nur 50 Prozent der nationalen und internationalen Züge. Viele Italiener, die am Wochenende Reisen planten, haben auf die Abfahrt verzichtet. Die Eisenbahner protestierten für die Erneuerung ihres Arbeitsvertrags.
Beim Grenzübergang Brenner machten alle Züge in Innsbruck Halt. Für eine Weiterfahrt war kein Schienenersatzverkehr eingeplant, sagte ein ÖBB-Sprecher. Nur bei den regionalen Korridorzügen, die von Lienz über den Brenner und teilweise auch über Teile von Südtirol nach Innsbruck fahren, wurde mit Bahnbussen Abhilfe geboten.
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