Freitag, 17. Jänner 2003

AUA-Personal: Spannung vor Urabstimmungs-Ergebnis

  • Auch Vorstand würde diese Formulierung unterschreiben
  • 1822 Mitarbeiter sollen an der Abstimmung teilnehmen

Mit Spannung erwartet nicht nur die heimische Luftfahrt-Industrie das Ergebnis der Urabstimmung unter den rund 2.000 Piloten und Flugbegleitern der Fluggesellschaft AUA, die heute, Freitag, um 16.30 Uhr zu Ende geht.

Erwartet wird eine breite Zustimmung auf die Frage, ob der Betriebsrat ermächtigt werden soll, "alle notwendigen Maßnahmen" zum Erhalt von Arbeitsplätzen und zum Schutz von Unterwanderung einzuleiten. "Die Resolution ist so formuliert, dass sie auch der Vorstand unterschreiben würde", kommentierte AUA-Sprecher Johannes Davoras den zur Abstimmung vorgelegten Text. Ein Ergebnis von "weniger als nahezu 100 Prozent Zustimmung wäre blamabel für die Veranstalter", meint er.

Betriebsrat hofft auf hohe Wahlbeteiligung
Der Vorsitzende des AUA-Betriebsrats Bord (BRB), Rudolf Novak, rechnet mit einer Wahlbeteiligung zwischen 60 und 80 Prozent und einer Zustimmung von 90 Prozent oder mehr. Mitunter verwirrend sind dabei aber die Angaben über die Anzahl der wirklich betroffenen Mitarbeiter beim drohenden Arbeitskonflikt des AUA-Bodenpersonals mit dem Management. Das ist nicht immer rein zufällig, beide Seiten tendieren dazu, die nummerischen Verhältnisse aus ihrer jeweiligen Sicht darzustellen.

So hat der AUA-Vorstand wiederholt davon gesprochen, "nur 6 bis 7 Prozent" der rund 7.250 Mitarbeiter im Austrian Airlines-Konzern sorgten jetzt für Unruhe und könnten damit letztlich die gesamte Gruppe aus AUA, Lauda Air und Tyrolean Airways gefährden. Gemeint sind die 482 AUA-Piloten, die tatsächlich 6,7 Prozent der insgesamt 7.242 Mitarbeiter in der gesamten Gruppe ausmachen.

1822 Mitarbeiter zur Urabstimmung
Die Belegschaft verweist dagegen auf die Tatsache, dass der vom Vorstand aufgekündigte "Unterwanderungsschutz" alle fliegenden Mitarbeiter betrifft, also außer den 482 Piloten auch 1.340 Flugbegleiter (Stewardessen und Stewards). Tatsächlich vertritt der Betriebsrat Bord (BRB) bei der AUA sowohl Cockpit- als auch Kabinenpersonal, also insgesamt 1.822 "fliegende" AUA-Mitarbeiter, die zur Urabstimmung aufgerufen sind. Nicht betroffen und auch nicht stimmberechtigt sind die 3.200 kaufmännisch-technischen Mitarbeiter der AUA, die als Bodenpersonal von einem einen eigenen Betriebsrat vertreten werden.

In Summe beschäftigt die Fluggesellschaft AUA allein derzeit 5.022 Mitarbeiter. Die AUA-Tochtergesellschaften Lauda Air und Tyrolean Airways beschäftigen weitere 1.190 bzw. 1.030 Personen, woraus sich eine aktuelle Gesamtzahl von rund 7.250 Mitarbeitern in der Austrian Airlines-Gruppe aus den drei Airlines gibt.

17.1.2003 14:27