FORMAT: Byron Wiens Prophezeiungen für 2003
- Chefstratege von Morgan Stanley formuliert zehn Wetten
- Asienboom und Schröders Rücktritt als Höhepunkte
Seine Ansichten sind heftig umstritten. Doch wenn Byron Wien, Chefstratege der US-Investmentbank Morgan Stanley, wie immer zu Jahresbeginn seine Prophezeiungen für die nächsten zwölf Monate formuliert, horcht die gesamte Finanzbranche auf.
Auch wenn einzelne Vorhersagen auf den ersten Blick unglaublich erscheinen, trifft der Nostradamus der Wall Street erstaunlich häufig ins Schwarze. Wien selbst nimmt für sich in Anspruch, dass mindestens die Hälfte seiner Prognosen eintreffen - und das war bisher auch tatsächlich der Fall.
In wirtschaftlichen Belangen waren seine Ahnungen oft korrekt, bei politischen Prophezeiungen lag der Stratege hingegen immer wieder daneben. Für heuer ist der grundsätzlich eher pessimistische Wien erstaunlich positiv gestimmt:
1. Wall Street legt um 25 Prozent zu.
Hohes Gewinnwachstum der US-Unternehmen führt zu einem Kurssprung von 25 Prozent.
2. Neuerliche Kursverluste im 2. Halbjahr.
In der zweiten Jahreshälfte geben die Kurse wieder nach. Unterm Strich wird die Börse aber leicht zulegen.
3. Asien wird zur Wachstumslokomotive.
Die japanische Regierung nimmt die Finanzreformen ernsthatft in Angriff. Asien wird zum Wirtschaftsmotor und verweist die USA auf Platz zwei.
4. Europas Märkte geraten ins Hintertreffen.
Deutschland und Frankreich drohen aufgrund der schwachen Konjunktur aus der Währungsunion auszutreten. Kanzler Schröder tritt zurück.
5. Tech-Konzerne zahlen Dividenden
Die kürzliche Aufhebung von Dividendengewinnen in den USA ermutigt Technologiekonzerne, erstmals Gewinne auszuschütten.
6. Die US-Immobilienblase platzt nicht.
Greenspan tritt zurück, weil er keine Lust mehr hat, sich wieder mit einer Spekulationsblase herumzuschlagen.
7. Saddam flüchtet.
Saddam Hussein flüchtet zu seinem Diktatorkollegen Gaddafi nach Libyen. Trotzdem pendelt Öl weiterhin um die 30 Dollar je Barrel.
8. Biotech boomt.
Wichtige Biotechprodukte werden 2003 zugelassen. Die Branche erhält neuen Auftrieb.
9. Südamerika in Sambalaune.
In Lateinamerika gehen die Aktienkurse der niedrigeren Staatsausgaben, der höheren Rohstoffpreise und der Kurserholung in den USA nach oben.
10. Hillary Clinton hofft auf Präsidentenjob.
Die US-Senatorin bewirbt sich vier Jahre früher als erwartet um das Amt von George W. bush.
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