Donnerstag, 16. Jänner 2003

FORMAT: AUA-Präsident ruft ÖGB zu Hilfe

  • Wieltsch: "Herr Verzetnitsch soll mäßigend einwirken"
  • Piloten wehren sich gegen geplante Gehaltskürzungen

Am Freitag endet die Urabstimmung der AUA-Piloten mit einer breiten Zustimmung für Maßnahmen gegen Gehaltskürzungen. In der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins FORMAT ruft jetzt AUA-Aufsichtsratspräsident und ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch den ÖGB zu Hilfe, um einen Streik zu verhindern.

"Ich habe mit dem ÖGB-Präsidenten Fritz Verzetnitsch gesprochen und ihn um seine guten Dienste gebeten, damit er mäßigend auf die AUA-Piloten einwirkt. Deren Aktionsforderungen sind völlig überzogen", so AUA-Präsident Rainer Wieltsch.

Wieltsch zeigt sich im FORMAT-Interview zuversichtlich, dass der ÖGB eine Beilegung des Konflikts unterstützen könnte: "Die ÖIAG wird von der Gewerkschaft ständig an ihre Eigentümerverantwortung erinnert: etwa dass wir Firmen nicht verschleudern sollen. Und wir nehmen uns das zu Herzen, indem wir der AUA-Sanierung größte Aufmerksamkeit schenken. Das sollte Herr Verzetnitsch in dieser Situation bedenken. Ich hoffe sehr, daß der ÖGB moderierend auf die Piloten einwirkt. Wir erwarten von allen politischen Kräften Vernunftappelle."

Eindringlich warnt AUA-Chefkontrollor Wieltsch gegenüber FORMAT vor einem Arbeitskampf bei der Airline: "Kein Österreicher würde einen Streik verstehen, nicht einmal das Bodenpersonal der AUA. 40 Prozent der Airline gehören der Republik, es betrifft also alle Bürger.

Die Piloten wehren sich gegen die Kündigung einer Betriebsvereinbarung und gegen geplante Gehaltskürzungen bis zu 50 Prozent. Dazu meint Wieltsch glasklar: "Die Austrian-Gruppe muß wachsen. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder expandieren Lauda-Air und Tyrolean, und die AUA schrumpft mit der Zeit. Oder die AUA-Leute akzeptieren niedrigere Gehälter für neueintretende Piloten. Dann kann auch sie wachsen."

Mehr zum Interview mit AUA-Aufsichtsratspräsident Rainer Wieltsch lesen Sie im neuen FORMAT!

16.1.2003 12:58