Donnerstag, 16. Jänner 2003

Weltwirtschaftsforum kehrt in die Schweiz zurück

  • 33. Treffen im Schatten weltpolitischer & wirtschaftlicher Krisen
  • US-Verteidigungsminister Powell hat sein Kommen zugesichert

Das World Economic Forum (WEF) kehrt nach einem Jahr von New York nach Davos zurück. Die 33. Austragung von 23. bis 28. Jänner 2003 steht unter dem Titel "Vertrauen bilden". In einer Zeit der Unsicherheit eine schwierige Vorgabe. Auch für den viel beschworenen "Geist von Davos".

"Wir sind glücklich, mit dem WEF wieder in der Schweiz zu sein", sagt WEF-Gründer Klaus Schwab. So wichtig es gewesen sei, 2002 in New York ein Zeichen der Solidarität zu setzen, so wichtig sei es jetzt, an den Ursprungsort zurückzukehren. "Davos steht für Gastfreundschaft und Sicherheit", erklärt er.

In einem Klima der Gastfreundschaft und der Sicherheit wollen vom 23. bis 28. Jänner rund 2.150 Teilnehmer aus 99 Ländern über die aktuellen Probleme diskutieren. Vertrauen soll auf verschiedenen Ebenen gebildet werden. Im Zentrum der Gespräche wird die weltpolitische Lage stehen. Der mögliche Krieg im Irak, der weltweite Kampf gegen den Terrorismus, die Spannungen um das Atomprogramm Nordkoreas und die Spirale der Gewalt im Nahen Osten werden thematisiert.

Wirtschaft leidet unter Vertrauenskrise
Auch wenn in Davos keine Entscheidungen getroffen werden, Signale an die Konfliktparteien sollen ausgesandt werden. Dazu dienen insbesondere Veranstaltungen in Zusammenhang mit dem Dialog zwischen der arabischen und der westlichen Welt. Auch die Wirtschaft leidet unter einer Vertrauenskrise. Skandale wie jener beim US-Energiehändler Enron haben die Glaubwürdigkeit der Manager erschüttert. Diesem Thema werden sich die "Global Leaders" annehmen und darüber eine Wertediskussion führen.

Unter den über 2.000 Teilnehmern des diesjährigen Treffens finden sich rund 30 Staatschefs, über 80 Regierungsmitglieder, gut 60 Spitzenkräfte von internationalen Organisationen und rund 70 Verantwortliche von NGOs. An die 40 religiöse Führer verschiedener Religionen, etwa 170 Vertreter der Wissenschaft und Forschung und über 250 so genannte Opinion Leader ergänzen die Teilnehmerliste. Groß ist auch das Interesse der Medien. Etwa 400 Journalistinnen und Journalisten werden in über 270 Medien über das WEF berichten.

Am meisten Aufmerksamkeit dürfte US-Verteidigungsminister Colin Powell zuteil werden. Er soll ebenso nach Davos reisen wie sein Regierungskollege Justizminister John Ashcroft. So ist Davos während sechs Tagen erneut im Blickpunkt des Geschehens. Der viel beschworene "Geist von Davos" wird angesichts des schwierigen Umfelds das Kongresshaus intensiv durchströmen müssen, wenn die Erwartungen in das WEF, das noch nie zu einem solche spannungsgeladenen Moment stattfand, erfüllt werden sollen.

16.1.2003 11:08