EStAG übernimmt 13%-Paket des Verbund an EVN
- Steirer besitzen schon 6,4 Prozent der EVN
- Zusätzlich an 6,4 Prozent der EAG interessiert

Die Energie Steiermark (EStAG), die zu einem Viertel dem französischen Atomstromkonzern Electricité de France (EdF) gehört, sichert sich ein weiteres Aktienpaket am niederösterreichischen Energieversorger EVN. "Wir greifen die 12,99 Prozent EVN-Aktien der Verbundgesellschaft auf", erklärte EStAG-Vorstand Werner Heinzl. Außerdem sei die EStAG am EVN-Paket der Energie AG Oberösterreich (EAG) interessiert.
Das erklärte Heinzl in der Donnerstag-Ausgabe der Tageszeitung "Kurier". Sollten die Steirer auch dieses Paket erhalten, kämen sie auf eine Sperrminorität an der EVN. Die EStAG besitzt bereits 6,4 Prozent an der EVN, die Energie AG hat ihr ebenfalls 6,4 Prozent großes EVN-Paket im Herbst 2001 bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) geparkt. Die Bank hat allerdings eine dreijährige Behaltegarantie abgegeben, womit dieser Anteil erst im Herbst 2004 zum Verkauf frei ist.
Der Preis, den die EStAG für das EVN-Paket bezahlt, ist laut Heinzl noch Verhandlungssache. Der Verbund hatte den Anteil 1999 dem Bericht zufolge zu 51,4 Euro je Aktie erworben, somit rund 260 Mio. Euro für das Paket bezahlt. Der Börsekurs der EVN liegt derzeit aber mit 43,30 Euro weit darunter.
Keine Aussagen wollte Heinzl im "Kurier" zur Strategie machen, die hinter dem EVN-Aktienkauf, machen. Energieexperten hatten immer wieder vermutet, dass mit einem Vorstoß der EStAG nach Niederösterreich eigentlich die französische EdF ihre Präsenz ausweiten will. Der deutsche Arm der EdF, die Energie Baden-Württemberg (EnBW) ist ja schon mit 5,1 Prozent an der EVN beteiligt. Dem Expansionsgerücht der EdF entgegen stehen aber Spekulationen über einen gänzlichen Rückzug der EdF aus Österreich.
Wie berichtet ist am Dienstag dieser Woche die Frist abgelaufen, bis zu der EStAG bzw. EAG bekannt geben sollten, ob sie von ihrem Aufgriffsrecht für die EVN-Aktien des Verbund Gebrauch machen. In einem früheren Konsortium hatten Verbund, EAG und EStAG zusammen 27,4 Prozent am niederösterreichischen Versorger EVN gehalten, davon 12,99 Prozent der Verbund direkt, 1,24 Prozent die AHP (Verbund-Austrian Hydro Power) sowie je 6,49 Prozent die EAG und die EStAG. Durch die im Vorjahr erfolgte Syndikats-Aufkündigung hatten EAG und EStAG bis Ende 2002 das Recht, das EVN-Paket des Verbund aufzugreifen und dies bis 14. Jänner bekannt zu geben. Insgesamt repräsentiert das gesamte 27,4,-Prozent-Paket einen Wert von rund 500 Mio. Euro.
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