CNN-Chef Isaacson verlässt Nachrichtensender
- AOL-Verwaltungschef Case erklärte Rücktritt am Tag davor
- Globaler Marktführer durch harte Konkurrenz unter Druck
Walter Isaacson (50), der Chef und Verwaltungsratsvorsitzende der Kabelfernseh-Nachrichtenfirma CNN News Group, verlässt das Unternehmen im Frühjahr. Gestern hatte AOL-Verwaltungschef Case ebenfalls seinen Rückzug im Früjahr bekannt gegeben - CNN gehört ebenfalls zum AOL Time Warner Konzern.
Isaacsons Zukunft ist gesichert: Er wird Präsident und Leiter des Aspen Institute, einer Führungskräfte- und Forschungsorganisation mit Sitz in Washington. Das Aspen Institute hält enge Kontakte zu Spitzenpolitikern aus aller Welt.
Der Rücktritt Isaacsons kommt zu einem relativ ungünstigen Zeitpunkt, weil sich die amerikanischen Medien und Fernsehsender auf einen möglichen Irak-Krieg vorbereiten. Ein solcher Konflikt bringt normalerweise mehr Zuschauer und höhere Einschaltquoten.
Isaacson bezeichnete den Aspen-Job als unerwartete Gelegenheit. Der Zeitpunkt sei nicht perfekt, doch handele es sich genau um die Position, die er sich lange gewünscht habe.
Profi rückt nach
Jim Walton (44), ein langjähriger CNN-Veteran, wird Nachfolger von Isaacson. Er war bisher als Präsident für die Tagesgeschäfte der CNN News Group zuständig. Walton hat seit 22 Jahren bei CNN gearbeitet. Er hat dort praktisch jeden Posten gehalten. Dies hat CNN am Montag berichtet. Eason Jordan (42), der Leiter der Nachrichtenbeschaffung, werde weiterhin diesen Bereich führen.
Isaacson hatte erst vor 18 Monaten die Führung von CNN übernommen. Er sollte dem durch harte Konkurrenz anderer Nachrichtensender und rückläufige Einschaltquoten unter Druck geratenen globalen Fernsehnachrichten-Marktführer neue Impulse geben.
Die personellen Veränderungen wurden den CNN-Mitarbeitern von Jamie Kellner mitgeteilt, dem Chef der Turner Broadcasting. Nach seinen Angaben verlässt Isaacson CNN auf eigenen Wunsch.
Ein Tag nach Case
Die Ankündigung kam einen Tag nachdem Steve Case, der Verwaltungsratsvorsitzende der CNN-Mutter AOL Time Warner, seinen Rücktritt für Mai angekündigt hatte (Siehe Kasten). AOL Time Warner ist der weltgrößte Medien- und Onlinekonzern und leidet momentan unter Problemen bei dem Online-Dienst AOL. America Online hatte den Medienkonzern Time Warner vor zwei Jahren für 106 Milliarden Dollar übernommen, doch war die Mammuthochzeit erfolglos geblieben. Inzwischen kontrollieren ehemalige Time-Warner-Führungskräfte den Gesamtkonzern.
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