IV legt Latte für künftige Regierung
- Fritz: Knackpunkte sind wachstumsfördernde Maßnahmen
Für die Industriellenvereinigung (IV) liege die Latte für die künftige Bundesregierung in kurzfristig orientierten Maßnahmen zur Standortverbesserung und steuerlichen Entlastung. "Dieses Haus geht davon aus, dass die Wirtschaftspolitik der Knackpunkt in den Koalitionsverhandlungen sein wird", sagte IV-Generalsekretär Lorenz Fritz am Montag vor Journalisten. Zum Unterschied von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl plädiert Fritz aber nicht ausdrücklich für eine große Koalition, sondern: "Uns ist jede Regierung recht, sofern sie diese Knackpunkte löst".
Die Kernfrage sei, wo Österreich Wachstum und Beschäftigung herbekommen könne. "Das Schröder-Papier (des deutschen SP-Bundeskanzlers Gerhard Schröder, Anm.) hätte in unserem Haus geschrieben sein können", sagte Fritz. Österreich sollte sich aber nicht auf Deutschland als Vorreiter verlassen, sondern müsse selbst aktiv werden. Einige Punkte des "Schröder-Papiers" seien in Österreich bereits erfüllt, so etwa zwei Drittel des deutschen Hartz-Modells zur Arbeitsmarktreform.
In der FPÖ und deren Parteiprogramm kann Fritz keinen Erfüllungsgehilfen für die IV-Auflagen erkennen. Die FPÖ spreche bei Entlastungen nur vom "kleinen Mann" oder Klein- und Mittelbetrieben, keine Rede sei aber von einer Senkung der Körperschaftssteuer oder der steuerschonenden Behandlung von nicht entnommenen Gewinnen.
Aus Sicht der Industrie brauche Österreich bereits im Regierungsprogramm einen "Entlastungsplan", noch bevor die nächsten Budgets fertig seien. Dazu gehöre laut Fritz eine weitere Lohnnebenkostensenkung in größerem Ausmaß als nur für über 60-jährige Beschäftigte, etwa für über 55-jährige. Die Entlastung für über 60-jährige würde nur 25.000 Arbeitnehmer betreffen und nicht mehr als 66.000 Euro kosten bzw. "bringen". Alt bekannte Forderungen der IV seien weiters Strukturreformen bei Aufgaben der öffentlichen Hand, eine Gesundheitsreform sowie die Einrichtung einer Forschungsstiftung aus Erlösen der Nationalbank.
Vom Wirtschaftsministerium verlangte Fritz Maßnahmen zur flexiblen Öffnung der Dienstleistungs- und Arbeitsmärkte, sonst drohe Österreich nach der EU-Osterweiterung von den neuen Anbietern im Binnenmarkt "überrollt" zu werden. Am Arbeitsmarkt sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu klären, was ebenso wie lebenslanges Lernen und die Weiterqualifizierung älterer Arbeitskräfte den Facharbeitermangel bekämpfen sollte. Die längere Beschäftigung älterer Arbeitskräfte sollte nicht allein mit der Pensionsreform begründet werden, sondern auch, um dem Arbeitskräftebedarf nach einem neuen Wachstumsimpuls gerecht zu werden.
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
David Alaba07:48
"Wieder voll angreifen"Der Bayern- und ÖFB-Star hakt die Enttäuschungen ab und schaut nach vorne
Dalai Lama in Österreich14:12
Keine Angst vor ChinaAußenministerium reagiert auf Chinas Empörung betont gelassen

