Schumacher über Radikalreform: "Generell positiv"
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Michael Schumacher ließ sich durch die radikale Regelreform den Spaß im Schneeparadies Madonna di Campiglio nicht verderben. Am Vormittag kommentierte der fünfmalige Formel-1-Weltmeister ausführlich die revolutionären Änderungen des Internationalen Automobilverbandes (siehe Kasten rechts). Am Nachmittag wedelte er bei traumhaftem Wetter die Pisten in den malerischen Brenta-Dolomiten hinunter. Schumacher bewertete das FIA-Verdikt beim traditionellen Ferrari-Pressemeeting am Donnerstag als "generell positiv". Allerdings kritisierte der Deutsche die kurzfristige Anordnung nur sieben Wochen vor dem Saisonstart: "So eine Hauruck-Aktion war nicht notwendig."
Für sich und sein Team sieht Schumacher keine Nachteile durch den weitgehenden Wegfall elektronischer Fahrhilfen - im Gegenteil: "Ich kam mit dem alten System klar, ich werde auch mit dem neuen klar kommen", kündigte er gelassen und selbstbewusst an. Für Ferrari könnte die "Technik-Kastration" sogar "eher ein Vorteil" sein. "Es wird jetzt kein Gleichgewicht geben. Ein Team, das schon Vorteile hat, kann auf Regeländerungen besser und schneller reagieren." Der 34 Jahre alte Renn-Routinier rechnet damit, dass junge Piloten ohne die Hilfsmittel eher Probleme bekommen könnten.
Verständnis für Sparmaßnahmen
Die Meinung des FIA-Präsidenten Max Mosley, mit diesen auf vier Jahre verteilten Schritten die finanzielle Krise leichter meistern zu können, teilt Schumacher: "Ich bin sicher, dass in Zukunft Kosten reduziert werden." Die Formel 1 müsse sich wie andere Sportarten den Zeiten anpassen. "Verschiedene Teams haben finanzielle Probleme. Ich habe ein gewisses Verständnis für die Sparmaßnahmen, um den Einstieg für Interessenten leichter zu machen."
Auch Lauda ist einverstanden
Durchaus positiv beurteilte auch Niki Lauda die Reform. "Die Kosten werden reduziert und je weniger Computer desto mehr kommt es auf den Fahrer an", meinte der dreifache Weltmeister.
Härterer Wettkampf
Im Titelrennen rechnet Schumacher mit einem härteren Wettkampf als im Vorjahr, in dem er und Ferrari die Konkurrenz nach Belieben beherrschten. "Wir haben schon Vieles maximiert, deshalb wird es für die anderen leichter", prognostizierte Schumacher. "Ich hoffe, dass wir die Nummer 1 bleiben. Ob McLaren-Mercedes oder Williams-BMW unser schärfster Widersacher wird, weiß ich noch nicht."
