Mittwoch, 15. Jänner 2003

Barrichello sieht für sich "realistische WM-Chance"

  • Brasilianer will nicht warten bis Schu8mi Karriere beendet
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Michael Schumachers erdrückende Dominanz in der Formel 1 treibt Rubens Barrichello nicht in die Resignation. Ganz im Gegenteil. "Ich sehe eine realistische WM-Chance für mich", sagte der Brasilianer anlässlich des traditionellen Ferrari-Pressemeetings am Mittwoch in Madonna di Campiglio und kündigte seinem Ferrari-Teamkollegen und fünffachen Weltmeister einen harten Kampf im Titelrennen an. "Jede Saison fängt bei Null an. Mein Ziel ist immer zu gewinnen und den Titel zu holen."

Um seinen Traum zu verwirklichen, will sich Barrichello nicht so lange gedulden, bis der Deutsche die Karriere in vielleicht zwei Jahren beendet. "Ich kann doch nicht sagen, ich warte, bis Michael aus der Formel 1 aussteigt." Seine mit Abstand beste Saison hat ihm weitere Power verliehen. "2002 war fantastisch", erinnerte Barrichello an die Vize-WM, vier Siege und 77 Punkte. "Ich bin sehr zuversichtlich für 2003."

Bei seinem ehrgeizigen Ziel, dem gesamten Grand-Prix-Feld Meilen weit vorausfahrenden Schumacher näher zu rücken oder ihn gar zu überholen, setzt der Südamerikaner auch auf die neuen Regeln. Künftig ist im Qualifikationstraining nur noch eine schnelle Runde erlaubt. "Das Qualifying ist eine meiner Stärken", meinte Barrichello. "Es ist nicht leicht, wenn nur noch ein Versuch möglich ist. Da kann viel passieren."

Auch die Aufwertung des zweiten Platzes, für den es nun acht statt bisher sechs Punkte gibt, könnte der einst selbst ernannten "Nummer 1b" der "Scuderia" nach eigener Einschätzung entgegenkommen: "Wenn einer fünf Mal gewinnt und du fünf Mal Zweiter wirst, hast du nur noch 10 statt 20 Zähler Rückstand und kannst im nächsten Rennen gleichziehen."

Dem Reizthema Teamorder wich der 30-Jährige, der als mehrfaches Opfer der Ferrari-Stallregie ein gebranntes Kind ist, etwas aus. "Ich mag die politische Seite nicht", sagte er. "Mal abwarten und sehen." Barrichello rechtfertigte aber Jean Todts Befehl von Österreich, wo der Teamchef im Mai 2002 den führenden Brasilianer gezwungen hatte, Schumacher den Sieg zu überlassen. "Michael lag damals 40 Punkte vor mir. Als Team hätte ich ebenso entschieden."

15.1.2003 14:22
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