Pärson siegte erstmals auch im Riesentorlauf
- Magere Ausbeute der ÖSV-Damen beim Ausklang in Cortina
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Erstmals in dieser Saison haben Österreichs Ski-Damen im Riesentorlauf keinen Platz auf dem Podest geschafft. Michaela Dorfmeister wurde am Sonntag in Cortina d'Ampezzo Fünfte, der Sieg ging an die Schwedin Anja Pärson, die nach sieben Slalom-Erfolgen erstmals auch im Riesentorlauf gewann. Die Slalom-Weltmeisterin siegte 1,10 Sekunden vor der kroatischen Weltcup-Führenden Janica Kostelic, die mit überragender Laufbestzeit von Platz 14 noch auf das Podest fuhr. Platz drei ging an die Südtirolerin Karen Putzer.
Bei den ÖSV-Damen dominierte nach dem sechsten Riesentorlauf Ratlosigkeit, denn hinter Dorfmeister war Alexandra Meissnitzer als Zwölfte nächstbeste ÖSV-Dame, neben Eveline Rohregger (14.) gefiel nur noch die junge Elisabeth Görgl, die trotz eines Riesenschnitzers im zweiten Lauf mit Startnummer 38 noch auf Platz 16 fuhr. Brigitte Obermoser wurde 17. Auffallend waren auf der harten und glatten Piste freilich auch Materialprobleme. Von den ersten 13 fuhren nur Dorfmeister (Blizzard) und Meissnitzer (Völkl) nicht auf Salomon oder Rossignol.
Monsterprogramm
Auch deshalb war es an sich erstaunlich, dass Dorfmeister nach dem sechstägigen Mammutprogramm in Cortina auch im Riesentorlauf noch einen Spitzenplatz schaffte. Die praktisch bereits entthronte Weltcup-Titelverteidigerin beging auf der glatten und harten Piste wieder einige Fehler, "deshalb muss ich an sich zufrieden sein", so die Niederösterreicherin. "Trotzdem hätte ein Stockerlplatz drin sein müssen. Aber ich mache mir offenbar zu viel Druck weil ich unbedingt gewinnen will. Vielleicht sollte ich in Zukunft etwas lockerer an die Sache heran gehen."
Meissi mit Materialsorgen
Meissnitzer gab zu: "Ich bin gar nicht zufrieden. Der Riesentorlauf ist ja an sich meine stärkste Disziplin heuer, aber ich komme einfach nicht auf Zug." Auch bei ihr waren die Materialsorgen unübersehbar. "Schon in der Abfahrt konnte ich es mir nicht ganz erklären. Ich habe zwar einen Fehler gemacht, aber eine Sekunde darf man trotzdem nicht verlieren."
Aufstellungssorgen
Zwar stehen kommendes Wochenende noch ein Riesentorlauf und ein Slalom auf dem Programm, trotzdem hat Damenchef Herbert Mandl "Aufstellungssorgen". Allerdings im gegenteiligen Sinn, fehlen ihm in der Abfahrt zwei und im Super G eine WM-würdige Fahrerin. Zwar hatte Alpinchef Hans Pum schon am Samstag bekräftigt, dass das Kontingent mit elf Läuferinnen ausgeschöpft wird, Damenchef Herbert Mandl ist aber auch der Meinung, dass nur eine zur WM sollte, die im Weltcup konstant in die Top-15 fahren kann. Mandl: "Im Moment finde ich aber keine."
Nur drei Top-Läuferinnen
Auch Pum gab zu, dass im Moment nur die drei Top-Läuferinnen Renate Götschl, Dorfmeister und Meissnitzer wirkliche Spitzenleistungen bringen.
"Die anderen machen sich offenbar zu viel Druck, wollen das WM-Ticket mit Gewalt erfahren. Skitechnisch haben sie es aber drauf", sagte Pum und Dorfmeister meinte etwas schelmisch: "Im Moment kann man froh sein, dass wir drei Alten noch fahren!" Dorfmeister wird bei der WM neben Abfahrt, Super G und RTL eventuell auch die Kombi bestreiten, Meissnitzer trotz ihres Fixplatzes erst in St. Moritz nach dem Training entscheiden, ob sie auch in der Abfahrt antritt.
Sensationslauf von Kostelic
Die Geschichte des Riesentorlaufs in Cortina schrieben Pärson und Kostelic sowie deren Väter. Pärson legte im ersten, von ihrem Vater maßgeschneiderten und von Kostelic-Papa Ante heftig kritisierten weil stark drehenden Kurs den Grundstein zum Sieg. Im zweiten legte Janica ihrerseits einen Sensationslauf hin, verpasste aber trotz überlegener Bestzeit nach einem kleinen Fehler im Finish (Dorfmeister: "Das war praktisch perfekt, besser geht es nicht") ihren 19. Weltcup-Sieg noch deutlich. Im Weltcup führt sie aber schon 503 Punkte vor Putzer.
Hosp nach Protestfrist disqualifiziert
Nicole Hosp ist zurecht, aber doch auch auf kuriose Art und Weise disqualifiziert worden. Die Tirolerin, die den Auftakt-RTL in Sölden gewonnen hat, war trotz eines eindeutigen Torfehlers beim letzten Tor des zweiten Durchgangs in den offiziellen Ranglisten als 24. geführt worden. Nach einem telefonischen Hinweis prüfte Renndirektor Kurt Hoch den Lauf der Tirolerin nochmals und disqualifizierte sie nachträglich und nach Ablauf der Protestfrist.
ÖSV-Damenchef akzeptiert Entscheidung
ÖSV-Damenchef Herbert Mandl akzeptierte die Entscheidung von Hoch. "Niki war zwar nicht auf der Torrichter-Karte und auch die Protestfrist war schon abgelaufen und natürlich hätten wir die Möglichkeit, das anzufechten. Der Torfehler ist aber so eindeutig, dass es keinen Sinn macht", sagte Mandl. Hosp war beim letzten Tor zwischen den beiden Stangen und unter der Flagge durchgefahren.
