Dienstag, 14. Jänner 2003

Götschl beim Super-G in Cortina Zweite hinter Montillet

  • Bestes Ergebnis seit ihrem Comeback
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Renate Götschl ist auf dem besten Weg zurück zur Speed Queen. Die 27-jährige Steirerin musste sich am Mittwoch im ersten Super G von Cortina nur der französischen Abfahrts-Olympiasiegerin Carole Montillet geschlagen geben und fuhr damit fünf Wochen nach ihrem dritten Platz in der Abfahrt von Lake Louise als Zweite auch im Super G erstmals wieder auf das Podest. Alexandra Meissnitzer wurde Fünfte, Michaela Dorfmeister nach einem groben Fehler nur Zwölfte. Brigitte Obermoser bestätigte nur bis zur Zwischenzeit, dass sie vierte WM-Starterin im Super G ist, schied dann aber aus.

Im Dolomiten-Nobelressort, wo diese Woche mit einem weiteren Super G (Freitag) und einer Abfahrt (Samstag) die WM-Generalprobe in den Speed-Disziplinen in Szene geht, gab es daher mit Götschl nur ein wirklich zufriedenes Gesicht im ÖSV-Lager. Nur die derzeit überragende Montillet lag am Ende vor ihr, dass aber mit 0,46 Sek. auch deutlich. Mit dem besten Weltcup-Ergebnis seit ihrem Comeback im Dezember unterstrich Götschl aber, dass sie wieder siegfähig ist und die an sich mit Prognosen eher zurückhaltende Steirerin bestätigte das auch.

Götschl weiter zuversichtlich
"Ich bin wirklich zuversichtlich, dass es bald wieder klappt. Beim Training in St. Moritz ist enorm viel weiter gegangen und mit jedem Tag kommt bei mir die alte Sicherheit wieder zurück." Montillet sei derzeit allerdings schwer bis gar nicht zu schlagen, "sie ist in einer sensationellen Form", so Götschl. "Deshalb war mir auch klar, dass meine Zeit nicht halten wird, ich habe doch kleiner Fehler gemacht."

Wortlos aus dem Zielraum
Sauer waren dafür die anderen WM-Kandidatinnen. Michaela Dorfmeister warf nach zweitbester oberer Zwischenzeit mit einem groben Schnitzer im Mittelteil einmal mehr einen greifbar nahen Sieg weg und stürmte wortlos aus dem Zielraum, Alexandra Meissnitzer konnte auch ihr bestes Saisonergebnis im Super G nicht aufmuntern. Vor allem, weil ihr die junge Schweizerin Tamara Müller am Ende auch noch überraschend Platz vier geraubt hatte. "Immer wieder um Hundertstel an Podestplätzen oder Siegen vorbei. Dabei bin ich in Form, fühle mich gut, mir ist das alles ein Rätsel. Ich habe wirklich gedacht, nach all dem Pech kommt irgendwann auch bei mir das Glück zurück, es will offenbar aber nicht sein."

Auch Gerg wieder in Form
Während Montillet im superschnellen Super G (Spitzen bis zu 120 km/h) der dritte Saisonsieg und als erster Läuferin der zweite im Super G (bisherige Siegerinnen: Gerg, Putzer, Montillet) gelang, zeigte auch Hilde Gerg fünfeinhalb Wochen nach ihrem Kreuzbandriss von Lake Louise, dass mit ihr bei der WM wieder zu rechnen sein wird. "Hier setzen sich immer die Favoritinnen oder die Routiniers durch. Ich bin aber trotzdem überrascht, denn in Lenzerheide war ich noch nirgends", strahlte die Deutsche. Noch nicht ganz so weit ist offenbar Isolde Kostner, die nach ihrem schweren Trainings-Sturz vor einem Monat in Kanada erstmals wieder im Weltcup startete, aber in ihrem Heim-Ressort, wo sie vier Abfahrten und einen Super G gewonnen hat, nur 25. wurde.

Wieder kein ÖSV-Sieg im Super-G
Die ÖSV-Damen sind damit heuer im Super G immer noch sieglos, darüber hinaus bekam ÖSV-Damenchef Herbert Mandl keine neuen Aufschlüsse bezüglich seiner WM-Teams. Vor allem in der Abfahrt fehlt ihm ja noch immer eine fünfte Läuferin, am Mittwoch empfahlen sich weder Tanja Schneider (16.), noch Selina Heregger (37.) oder Kathrin Wilhelm (38.) wirklich dafür. Das kann sich im zweiten Super G bzw. in der Abfahrt am Samstag aber noch ändern. Am Mittwoch wurde der vorläufige WM-Kader mit 50 Prozent Überquote bekannt gegeben, voraussichtlich werden aber ohnehin nur zehn ÖSV-Damen für St. Moritz nominiert.

14.1.2003 14:33