Dienstag, 14. Jänner 2003

Knauß gewinnt den Riesentorlauf in Adelboden

  • Damit Ticket für Ski-WM gesichert
  • Plus: Alle Infos zum Comeback von Hermann Maier

Unglaubliche Leistung von Hans Knauß beim Riesentorlauf von Adelboden: Der Steirer hat nach 1.452 Tagen (das sind fast vier Jahre!) wieder ein Weltcup-Rennen gewonnen! Der Schladminger triumphierte vor Lokalmatador Michael von Grünigen aus der Schweiz (+0,09 Sek.) sowie dem Norweger Kjetil-Andre Aamodt (+0,25 Sek.). "Ich wollte mich hier unbedingt für die WM qualifizieren, und das ist mir gelungen", jubelte Knauß, der bei Halbzeit noch Vierter gewesen war. Hermann Maier hatte Pech: Er verfehlte mit Rang 31 im ersten Durchgang die Qualifikation für das Finale nur im fünf Hundertstel (alle Infos zum Comeback des Herminators finden Sie im Kasten rechts).

Es war der insgesamt sechste Weltcup-Sieg für Knauß, der zuletzt am 23. Jänner 1999 in der Abfahrt auf der Kitzbüheler Streif gewonnen hatte. Im Riesentorlauf hatte seine Durststrecke sogar 2.585 Tage gedauert. Sein bisher einziger Erfolg in dieser Disziplin datierte vom 17. Dezember 1995, als er in Alta Badia nicht zu schlagen gewesen war. "Das ist natürlich eine ganz große Genugtuung für mich. Viele haben ja gemeint, dass ich nach meiner Verletzungsserie eh nicht mehr gewinnen werde", betonte der Olympia-Zweite im Super G von Nagano 1998.

Schilcheggers WM-Zug abgefahren?
Mit Heinz Schilchegger als Viertem (+0,58 Sek.) landete noch ein weiterer ÖSV-Läufer im Spitzenfeld. "Doch diese Platzierung ist sicher zu wenig, um bei der WM in St. Moritz dabei zu sein. Dafür braucht man schon einen Stockerlplatz", glaubt der Salzburger, dass Knauß, Olympiasieger Stephan Eberharter, Christian Mayer und Benjamin Raich das Riesentorlauf-Team beim Großereignis bilden werden. "Aber der vierte Platz ist ein wichtiger Schritt zurück, vor allem wenn man bedenkt, dass ich in beiden Läufen viele Fehler gemacht habe."

Halbzeit-Führende flogen raus
Das Spitzenduo nach dem ersten Durchgang, Vorjahrssieger Didier Cuche aus der Schweiz und der Tiroler Benjamin Raich, schied dagegen im zweiten Lauf aus. "Bei meinem Sieg war sicher auch Glück dabei", wusste Knauß, dass er von diesen Ausfällen profitierte. "Aber hier muss man erst einmal zwei Mal fehlerfrei runterkommen - und das ist mir eben heute am besten gelungen. Außerdem habe ich zuletzt drei Mal in Serie das Stockerl nur knapp verpasst - das ist mir heute zurückgekommen."

Kein guter Tag für Eberharter
Eberharter, bei Halbzeit 14., wurde ebenfalls der zweite Durchgang auf dem Kuonisbärgli zum Verhängnis. Damit verpasste der 33-jährige Tiroler die Gelegenheit, im Gesamt-Weltcup Boden auf Spitzenreiter Bode Miller gut zu machen. Der US-Amerikaner, der zuletzt die Riesentorläufe in Alta Badia und Kranjska Gora gewonnen hatte, war bereits im ersten Lauf ausgefallen. Miller liegt somit in der Gesamtwertung weiter 35 Punkte vor Titelverteidiger Eberharter. "Ich habe keinen Grip gehabt", meinte der Zillertaler. "Dazu war die Nummer eins im ersten Lauf ein riesiger Nachteil. Der zweite ist dann total daneben gegangen. Man merkt halt, dass ich lange nicht Riesentorlauf trainiert habe."

Knauß & Schilchegger überzeugt: Maier kommt zurück
Österreichs Ski-Superstar Hermann Maier hatte beim Weltcup-Comeback nach 675 Tagen Pause als 31. das Finale der besten 30 nur um 5/100 Sekunden verpasst. Knauß und Schilchegger sind überzeugt, dass der "Herminator" wieder zurückkommt und dort anschließen wird, wo er am 10. März 2001 mit dem Riesentorlauferfolg in Aare aufgehört hat. "Er ist hier sicher unter Wert geschlagen worden, denn im Training war er viel besser. Da hat er sogar mich geschlagen", erklärte Knauß, der mit Maier in der Vorwoche gemeinsam auf der Reiteralm trainiert hatte.

14.1.2003 13:48