Freitag, 17. Jänner 2003

Deutsche Trainer glauben an Bayern-Durchmarsch

  • Auch Jara tippt auf den Tabellenführer, Pacult mit "jein"
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Die Bayern, wer sonst? Eine Woche vor dem mit Spannung erwarteten deutschen Fußball-Bundesliga- Rückrundenstart glaubt das Gros der Ligarivalen an einen Durchmarsch von Rekordchampion FC Bayern München zu seiner 18. deutschen Fußball-Meisterschaft. In einer dpa-Umfrage unter den 18 Erstliga-Trainern tippte ein Dutzend auf die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld. Drei Coaches verweigerten die Aussage, zwei gestehen dem zur "Halbzeit" mit sechs Punkten hinter dem Tabellenführer zurückliegenden Titelverteidiger Borussia Dortmund immerhin noch Außenseiterchancen zu. Und allein Benno Möhlmann votiert gefühlsmäßig voll gegen den Trend: "Ich tippe auf den BVB."

"Die Bayern können sich nur selber stoppen", gibt Frank Neubarth die allgemein herrschende Meinung wieder. Als entscheidenden Vorteil sieht der Trainer von Pokalsieger FC Schalke 04, dass sich die Isar- Elf nach dem frühen Champions-League-Aus auf Meisterschaft und DFB- Pokal konzentrieren kann. "Bayern ist nicht mehr zu stoppen. Es ist das best besetzte Team und kommt deshalb am besten durch die Saison", betont HSV-Coach Kurt Jara.

Hitzfeld sieht nach dem kläglichen Scheitern im europäischen Meistercup die nationalen Wettbewerbe als Herausforderung an, der man sich erfolgreich stellen müsse. Er warnt aber zugleich vor zu großer Selbstsicherheit. "Die deutsche Meisterschaft ist Pflicht", fordert er. "Aber wir wären die größten Idioten, wenn wir nachlässig würden."

Aus diesem Grund beantwortet Kollege Peter Pacult vom Lokalrivalen TSV 1860 München die Frage, ob die Bayern noch zu stoppen seien, auch mit einem "jein". Während Huub Stevens (Hertha BSC) das Titelrennen noch für "offen" hält, prognostiziert Pacult: "Sechs Punkte sind schnell verspielt, das hat man vergangene Saison gesehen. Es bleibt oben total eng. Es wird mit Sicherheit ein hartes Stück Arbeit für den FC Bayern." Denn ähnlich wie im Vorjahr, als Borussia Dortmund den Rivalen Bayer 04 Leverkusen noch auf der Zielgeraden abfing, traut der Österreicher dem BVB auch diesmal den großen Coup zu: "Ganz klar, wenn sie endlich mal die richtige Konstanz reinbringen."

Darauf hofft auch Matthias Sammer, der sich aber wie Hans Meyer und Erik Gerets erneut nicht festlegen wollte. "Dass große Abstände aufzuholen sind, haben wir bereits in der vergangenen Saison gezeigt. Dass wir im Gegensatz zu den Bayern noch die Zusatzbelastung Champions League haben, kann aber Vor- oder Nachteil sein. Das hängt von den Ergebnissen ab", meinte er.

17.1.2003 14:54