Sonntag, 19. Jänner 2003

Chirac warnt USA vor Irak-Angriff ohne UNO-Mandat

  • Militärschlag ohne Sicherheitsrat-Unterstützung nicht rechtmäßig

Der französische Präsident Jacques Chirac hat die USA vor einem Angriff gegen Irak ohne Unterstützung der Vereinten Nationen (UNO) gewarnt. "Wenn die USA entscheiden, allein einzugreifen, müssen wir sagen, dass das außerhalb der internationalen Gemeinschaft geschehen wird", sagte Chirac in einem vorab veröffentlichten Interview der französischen Tageszeitung "Le Figaro".

Ein Militärschlag zur Abrüstung Iraks sei nicht rechtmäßig, es sei denn dieser werde vom UNO-Sicherheitsrat unterstützt. Eine solche Entscheidung könne jedoch nur auf der Grundlage des Berichts der UNO-Waffeninspektoren in Irak getroffen werden.

Chirac sagte, Frankreich wolle, dass der Irak im Fall jeglichen Besitzes von Massenvernichtungswaffen abgerüstet werde. Er rief den irakischen Präsidenten Saddam Hussein auf, mit den UNO-Waffeninspektoren zu kooperieren. Der Irak hat Vorwürfe der USA und Großbritanniens zurückgewiesen, Massenvernichtungswaffen zu besitzen.

Chirac hatte die USA während der Irak-Krise stets dazu angehalten, den Konflikt mit Hilfe der UNO zu lösen. Frankreich verfügt wie die USA, Großbritannien, Russland und China über ein Vetorecht im UNO-Sicherheitsrat. Die US-Regierung hat erklärt, auch ohne eine weitere Resolution der UNO Irak angreifen zu können. Chirac bezeichnete in dem Interview einen Krieg gegen Irak als nicht unvermeidlich. "Es ist immer das Eingeständnis einer Niederlage, die schlechteste mögliche Lösung."

19.1.2003 20:08