Arabische Länder bereiten Militärputsch im Irak vor
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Kommt Saddam Husseins Ende doch nicht aufgrund einer US-Intervention? Mehrere arabische Staaten planen derzeit einen Sturz des irakischen Machthabers, um einen Krieg gegen sein Land abzuwenden. So arbeite Saudiarabien "aktiv" daran, hohe irakische Militärs von der Notwendigkeit eines Umsturzes zu überzeugen, berichtet das US-Nachrichtenmagazin "Time". US-Außenminister Colin Powell hat unterdessen bekräftigt, dass die USA für einen Schlag gegen Irak keine zweite UNO-Resolution benötigen.
Riad befürchte, dass es bei einem US-geführten Krieg im Irak zu einem Chaos und militärischen Interventionen der Nachbarländer Türkei und Iran kommen könne. Ein Putsch sei nach saudiarabischer Auffassung die beste Möglichkeit, staatliche irakische Dienstleistungen wie Elektrizität und das Gesundheitswesen schadlos aufrecht zu erhalten, schrieb "Time" weiter.
Hochrangiges Treffen
Dem Blatt zufolge trafen sich in dieser Woche der ägyptische Präsident Hosni Mubarak, der türkische Ministerpräsident Abdullah Gül und der saudiarabische Kronprinz Abdullah, um den Plan für einen internen irakischen Umsturz auszuarbeiten. "Time" berichtete unter Berufung auf Diplomaten weiter, arabische Staats- und Regierungschefs fürchteten einen schnellen Abzug der USA nach einem möglichen Krieg, ohne dass Schäden ausreichend beseitigt würden.
Die irakische Führung hat unterdessen die Entdeckung von Chemiewaffen-Gefechtsköpfen durch die UNO-Inspektoren heruntergespielt. Es handele sich um alte Bestände, die längst nicht mehr zu gebrauchen seien, erklärte der Direktor der Nationalen Überwachungsbehörde, Hossam Mohammed Amin, am Donnerstagabend in Bagdad.
Leere Sprengköpfe gefunden
Die UN-Waffenkontrollkommission hatte zuvor berichtet, eines ihrer Teams habe auf einem Gelände mit neueren Bunkern elf leere Chemiewaffen-Sprengköpfe gefunden sowie einen Sprengkopf, "der noch untersucht werden muss". Nach UNO-Angaben waren die Sprengköpfe in ausgezeichnetem Zustand.
Amin sagte dagegen, die auf dem 100 Kilometer südlich von Bagdad liegenden Gelände entdeckten Waffenkomponenten seien alt. Sie seien in Holzkisten gelagert und dort fast vergessen worden. Die ganze Aufregung um die Sprengköpfe sei nicht mehr als ein "Sturm im Wasserglas".
USA: Brauchen keine zweite UN-Resolution
US-Außenminister Colin Powell hat am Freitag bekräftigt, dass die USA für ein Vorgehen gegen Irak keine zweite UNO-Resolution benötigen. "Wir haben immer klar gemacht, dass die USA auch ohne eine zweite Resolution handeln werden, wenn wir der festen Meinung sind, dass der Irak noch über Massenvernichtungswaffen verfügt oder neue produzieren will", sagte Powell der "Süddeutschen Zeitung", einem Vorausbericht von Freitag zufolge. Für die Haltung der USA gebe es eine ausreichende Grundlage. "Wir glauben, dass am Ende des Monats überzeugend bewiesen sein wird, dass der Irak nicht kooperiert."
"Beweise gegen Irak bis Ende Jänner"
Bis Ende des Monats wird nach Einschätzung von Powell bewiesen sein, dass Irak nicht mit den UNO-Waffeninspektoren zusammenarbeitet. Powell sagte, "wir glauben, dass am Ende des Monats überzeugend bewiesen sein wird, dass der Irak nicht kooperiert." Die USA würden nach dem 27. Jänner ihre Informationen öffentlich machen, kündigte Powell an. An diesem Tag legen die UNO-Waffeninspektoren dem Sicherheitsrat einen Bericht über den Stand der Kontrollen vor.
Die Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates forderte Powell auf, mehr Druck auf Irak auszuüben. Der Irak habe in der Zusammenarbeit versagt: "Er hat versagt, weil er nicht, wie verlangt, seine Arsenale offen gelegt hat. Er ermöglicht nicht den Zugang zu den Experten. Er behindert die Einsicht von Dokumenten. Er führt die Inspektoren in die Irre."
Exil-Pläne dementiert
Die irakische Führung hat Berichte dementiert, wonach Präsident Saddam Hussein unter bestimmten Bedingungen ins Exil gehen will. Jedes Kind im Irak wisse, dass dies ausgeschlossen sei, sagte der Cousin des Präsidenten, Ali Hassan el Majid, am Freitag bei einem Besuch in Damaskus. El Majid, der Mitglied des Revolutionären Kommandorats ist, habe dem syrischen Präsidenten Bashar el Assad eine Botschaft Saddam Husseins überbracht, berichtete der arabische Fernsehsender Al Jazeera.
Der irakische Gesandte war an diesem Wochenende auch in Kairo erwartet worden. Der Termin wurde jedoch abgesagt. Ägyptens Außenminister Ahmed Maher erklärte dazu nur, der Zeitpunkt für den Besuch sei ungünstig gewesen.
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