Donnerstag, 16. Jänner 2003

Kannibale in Indonesien festgenommen

  • Soll Leiche von 80-jähriger Nachbarin ausgegraben haben

Die indonesische Polizei hat einen mutmaßlichen Kannibalen festgenommen, der die Leiche einer 80-jährigen Nachbarin ausgegraben und davon gegessen haben soll. Der 30 Jahre alte Sumanto gab laut Polizeiangaben zu, etwa zehn Scheiben vom Bein der Leiche frittiert und seinem ahnungslosen Vater serviert zu haben.

Im seinem Haus in Purbalingga auf Java, 400 Kilometer südöstlich von Jakarta, seien außerdem die getrockneten Genitalien zweier Männer gefunden worden, sagte Polizeichef Agus Sofyan Abadi am Donnerstag.

Sumanto habe die Leiche der Nachbarin am Sonntag - einen Tag nach der Beerdigung - ausgegraben und auf seinem Fahrrad nach Hause transportiert, sagte Abadi. Die Polizei habe bei seiner Festnahme mehrere Leichenteile sichergestellt, die auf einer Servierplatte angerichtet gewesen seien. Seinem Vater erklärte der Verdächtige laut Polizei, es handle sich um Ziegenfleisch. Den Rest des Körpers habe er hinter seinem Haus vergraben.

Sumanto habe die Überzeugung geäußert, der Verzehr von Menschenfleisch werde ihm übernatürliche Kräfte verleihen, sagte der Polizeichef. Er soll jetzt von einem Psychiater untersucht werden.

Im Fall einer Verurteilung wegen Leichenschändung droht dem 30-Jährigen ein Jahr Haft. Kannibalismus ist nach indonesischem Recht kein Straftatbestand. Die Polizei ermittelt allerdings, ob Sumanto möglicherweise mit dem Tod der Nachbarin zu tun hat.

16.1.2003 13:48