Studien: EU-Agrarreform bringt Bauern mehr Geld
- Kommissär Fischler legte sechs Studien vor
- Reformvorschläge werden nächste Woche nachgebessert

Die von der EU-Kommission im Juli 2002 vorgeschlagene Entkoppelung der Agrarförderungen von der Produktion bei einer teilweisen Umschichtung der Subventionen in die ländliche Entwicklung würde die Einkommen je Beschäftigtem in der Landwirtschaft bis 2009 um etwa 1,7 Prozent steigen lassen. Das ist jedenfalls das Ergebnis von Studien der EU-Kommission, die Agrarkommissar Franz Fischler am Mittwoch in Brüssel vor Journalisten präsentierte.
Auch vier externe Studien zu den Auswirkungen der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Reform würden dieses Ergebnis untermauern, allerdings seien diese Studien teilweise von "alternativen" Annahmen ausgegangen, wie Fischler sagte. Alle Ergebnisse sind aber nur als Trend zu sehen, denn die EU-Kommission wird nächste Woche überarbeitete Reformvorschläge vorlegen und dann ihre Berechnungen aktualisieren.
Kaum Auswirkungen auf Märkte
Die Entkoppelung von Produktion und Förderungen würde zwar zu einer Verringerung der Produktionsmenge führen, nicht aber zur Aufgabe der Erzeugung, betonte Fischler. Damit könnten Überschüsse vermieden werden. Der Vorschlag der EU-Kommission, Direktzahlungen zu kürzen und dafür mehr Geld in die ländliche Entwicklung zu stecken (Modulation) würde sich nur geringfügig auf die Märkte auswirken.
Geringere Produktion, höheres Einkommen
Im Pflanzenbau würde sich die Entkoppelung kaum auswirken, zeigen die Studien. Die größten Effekte gäbe es bei Rindfleisch, wo die Produktion um drei Prozent sinken, die Erzeugerpreise aber um sieben Prozent steigen würden. Das Markteinkommen der Rindfleischerzeuger würden nach Berechnung der EU-Kommission daher um vier Prozent zunehmen. Die Preise im Geschäft würden dadurch um zwei bis drei Prozent steigen, schätzt die EU-Kommission. In Summe hätten die Reformen aber auf die gesamten Konsumentenpreise nur "sehr marginale" Auswirkungen, sagte Fischler.
Hauptauswirkung der Entkoppelung wäre, dass Landwirte ihre Flächen künftig so rentabel wie möglich einsetzen, "nona", wie Fischler selber anmerkte. Und "warum sollte Brüssel sie davon abhalten, ihre Chancen am besten zu nutzen?" so die rhetorische Frage des EU-Kommissars. Klar sei aber auch, dass trotz insgesamt positiver Auswirkungen manche Bauern durch die Reform verlieren würden. Vor allem jene, die sich auf die neuen Bedingungen nicht rasch einstellen, sagt Fischler.
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
