Sonntag, 19. Jänner 2003

Bischofswechsel mit Gottesdienst im Salzburger Dom

  • Neuer Bischof Kothgasser fühlt sich Erneuerug verpflichtet
  • Alterzbischof Eder übergab Hirtenstab, viel Prominenz bei Feier

Im Salzburger Dom fand im Beisein von zahlreicher Prominenz und tausenden Gläubigen bei einem Festgottesdienst die offizielle Amtsübergabe von Alterzbischof Georg Eder an seinen Nachfolger, den bisherigen Tiroler Diözesanbischof Alois Kothgasser, statt. Der neue Oberhirte betonte dabei in seiner Predigt, dass er sich dem 2. Vatikanischen Konzil verpflichtet fühle, das Erneuerung bedeute. Er mahnte aber auch die Solidarität mit den Armen ein und rief zum Gebet für den Frieden auf.

30 Kardinäle und Bischöfe, hunderte Vertreter des Klerus, Bundespräsident Thomas Klestil, EU-Kommissar Franz Fischler, Nationalratspräsident Andreas Khol sowie mehrere Mitglieder der Bundesregierung und drei Landeshauptleute nahmen an den Feierlichkeiten teil, die wegen des großen Interesses auch im ORF und in die Franziskanerkirche übertragen wurde.

Anwesenheit vieler Prominenter
Die große Teilnahme an Prominenz lässt sich auch mit der bedeutenden kirchlichen Stellung der Erzdiözese Salzburg erklären. Salzburg ist die älteste Erzdiözese im deutschsprachigen Raum. Der Salzburger Oberhirte ist auch Metropolit der Diözesen Gurk-Klagenfurt, Graz-Seckau, Innsbruck und Feldkirch. Er führt den Ehrentitel "Primas Germaniae" und trägt als ständiger Legat des Papstes auch Purpur. Zur Erzdiözese Salzburg gehört auch das Tiroler Unterland. Sie umfasst eine Fläche von 9.715 Quadratkilometer, knapp 520.000 Katholiken leben hier.

Geist der Erneuerung
Kothgasser betonte in seiner Predigt, dass er sich dem 2. Vatikanischen Konzil verpflichtet fühle, dessen Geist vor allem Erneuerung und Gesprächsbereitschaft heiße. Der Salzburger Oberhirte forderte von den Gläubigen auch Solidarität mit den Armen ein und rief mit einem "Blick auf die seit dem 11. September 2001 veränderte Welt" zum Gebet für Frieden auf.

Alterzbischof Georg Eder hob noch einmal seine drei Hauptanliegen der Seelsorge hervor. Zum einen gelte es, die Familien wieder zu stärken, weil deren Zustand "Kirche und Staat aufschrecken muss". Weiters müsse dem Priestermangel begegnet werden, weil eine reine Laienkirche keine katholische Kirche mehr wäre. Schließlich gelte es, die Eucharistie, "dieses höchste Gut für die Priester und das ganze Volk Gottes zu bewahren".

Die Landeshauptmänner Franz Schausberger und Herwig van Staa, Bürgermeister Heinz Schaden und die evangelische Superintendentin Luise Müller hießen in kurzen Ansprachen den neuen Oberhirten willkommen und lobten Kothgasser für sein soziales Engagement.

Ehrenzeichen für Eder
Nach dem Festgottesdienst, bei dem Dommusik und Domchor Mozarts Krönungsmesse aufgeführt hatten, gaben 500 Schützen aus Salzburg und Tirol eine lautstarke Begrüßung. Danach veranstalteten Stadt und Land in der Residenz noch einen Empfang, bei dem Alterzbischof Georg Eder mit dem Großkreuz des Ehrenzeichen des Landes sowie mit dem Ring der Stadt Salzburg ausgezeichnet wurde. Eder hatte die Geschicke der Erzdiözese 14 Jahre gelenkt.

Alois Kothgasser wurde vom Salzburger Metropolitankapitel am 23. November 2002 zum neuen Salzburger Erzbischof gewählt. Vier Tage später wurde die Wahl durch Papst Johannes Paul II. bestätigt. Der gebürtige Steirer Kothgasser ist Salesianerpriester und war auch Rektor der theologischen Hochschule Benediktbeuern. Seit 1997 war er Diözesanbischof von Innsbruck. Als einer der wenigen österreichischen Bischöfe nahm er wiederholt auch zu nicht-kirchlichen Themen Stellung, wie beispielsweise zur Transitproblematik.

19.1.2003 16:41