Klagenfurter Bombenbastler kassiert 18 Monate Haft
- Richter ordnete Drogen- und Psychotherapie an

Wegen fahrlässiger Gefährdung durch Sprengmittel, Vorbereitung eines Verbrechens mit Sprengmitteln und Besitzes von Cannabis wurde am Freitag am Landesgericht Klagenfurt ein 22-jähriger Kärntner (Bild) von Einzelrichter Oliver Kriz zu einer teilbedingten Haftstrafe von 18 Monaten (sechs Monate davon unbedingt) verurteilt. Der Täter, ein Sohn des Kärntner Landesschulratspräsidenten Heiner Zechmann aus erster Ehe, nahm das Urteil an. Staatsanwalt Friedrich Borotschnik gab keine Erklärung ab.
Der 22-Jährige hatte im Sommer 2002 mehrere selbst gebaute Bomben zur Explosion gebracht. Die Bomben waren laut Anklage sehr professionell hergestellt worden, mit Schwarzpulver, Nitrozellulosefolien und CO2-Patronen. Doch im Prozess war die explosive Freizeitbeschäftigung des Arbeitslosen ein Nebenthema. Rund zwei Drittel der Verhandlung befasste man sich mit dem Besitz und der Weitergabe von Cannabis in einer nicht mehr feststellbaren Menge. Nur kurz wurde erörtert, ob der Beschuldigte Kontakte zur Skinhead-Szene habe. Er kenne dort zwar ein paar Leute, sei jedoch nicht in die Szene involviert, sagte dieser.
Der psychiatrische Sachverständige Primarius Reinhard Haller meinte, beim Beschuldigten sei eine "verminderte Zurechnungsfähigkeit wegen chronischen Drogenmissbrauchs und Störungen des Sozialverhaltens" gegeben.
Der Staatsanwalt sah als Grund für die kriminellen Aktivitäten des zweifach Vorbestraften, dass diesem in dessen Kindheit "die drei Z gefehlt haben: Zuneigung, Zeit und Zärtlichkeit". Der Anwalt des jungen Klagenfurters, Günter Moshammer, strich heraus, dass sein Mandant von Anfang an voll geständig gewesen sei. Der Bombenbastler sei "ein schlapper, harmloser Typ", so Moshammer.
Nach der Haftstrafe - sie endet auf Grund der Anrechnung der Untersuchungshaft in wenigen Wochen - muss sich der junge Mann einer Psychotherapie und einem ambulanten Drogenentzug unterziehen. Auch dies wurde vom Richter angeordnet.
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