Freitag, 17. Jänner 2003

Psychisch Kranker in Oberösterreich als Amok-Lenker

  • Mit 140 km/h Straßensperren "ignoriert"
  • Schuss ließ den Mann unbeeindruckt

Ein offensichtlich psychisch kranker Autolenker lieferte der Gendarmerie in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in Oberösterreich eine wilde Verfolgungsjagd. Die Amok-Fahrt führte von Perg nach Linz und wieder zurück. Mit bis zu 140 km/h "ignorierte" der völlig verwirrte Mann mehrere Straßensperren der Einsatzkräfte - nicht einmal ein gezielter Schuss aus der Dienstwaffe eines Beamten konnte ihn stoppen. "Es grenzt an ein Wunder, dass niemand verletzt wurde", erklärte man von Seiten der Gendarmerie am Freitag.

Die Amok-Fahrt nahm ihren Ausgang mitten im Stadtzentrum von Perg. Ein Augenzeuge hatte gegen Mitternacht die Gendarmerie verständigt, nachdem ihm ein Mann, der neben einem Auto stand und auffallend genau die Geschäftslokale musterte, verdächtig vorgekommen war. Die Überprüfung des Mannes verlief für die Beamten aber dann anders als geplant: Beim Eintreffen der Gendarmerie sprang der Verwirrte in seinen Pkw und raste davon.

Mit einem "Höllentempo" sei der Mann in Richtung Linz geflüchtet, mehrmals habe er versucht Einsatzfahrzeuge abzudrängen, erklärten man bei der Gendarmerie. Mehreren Straßensperren wich der Mann aus, indem er über Verkehrsinseln für Fußgänger raste. Kurz vor dem Stadtgebiet von Linz - die Polizei der Landeshauptstadt war bereits in Alarmbereitschaft - versuchten die Gendarmen den Pkw mit einem gezielten Schuss auf einen Reifen zu stoppen. Dieser verfehlte aber seine Wirkung: Nur die Felge wurde getroffen - der Lenker setzte seine "halsbrecherische" Amok-Fahrt unbeirrt fort.

Kurz vor Linz dürfte es sich der Mann aber noch einmal anders überlegt haben: Er kehrte um und raste wieder - ohne die Geschwindigkeit zu reduzieren - Richtung Perg zurück. Dort angekommen, gab der Mann dann plötzlich auf und ließ sich widerstandslos festnehmen. Bei seiner Verhaftung bat er noch um Verständnis für seine Flucht, aber er habe "so große Angst vor der Exekutive". Ein durchgeführter Alko-Test verlief negativ. Auch sonst liege gegen den Mann strafrechtlich nichts vor, erklärte man bei der Gendarmerie.

17.1.2003 10:34