Grazer ÖH rebelliert gegen Uniräte-Wahl an Medizinuni
- ÖH kritisiert "vorschnelle Nominierung und Wahl im Alleingang
- Tscheliessnigg: "Vorwürfe sind Unterstellung"

Zu einem Eklat im Rahmen der Wahl der Universitätsräte für die neu zu gründende Medizinische Universität in Graz ist es am Donnerstag Vormittag gekommen. Bei der Gründungskonvent-Sitzung verließen die Studierendenvertreter unter Protest den Saal. Grund dafür sei die "vorschnelle Nominierung des Unirates durch die Professorenkurie im Alleingang", erklärte Klaus Auracher, der Sprecher der ÖH-Fakultätsvertretung.
"Die Fakultätsvertretung der ÖH hat mit dem Mittelbau einen Vorschlag eingebracht, der dem der Professoren gegenüberstand", so Auracher. Nach Diskussionen über die Nominierungen hätten die Professoren die Sitzung unterbrochen, um dann "ihren Kompromissvorschlag" abzustimmen, der "im Vergleich zum Erstvorschlag keine Änderungen bei den vier nominierten Personen beinhaltete", heißt es in der Aussendung der Fakultätsvertretung der ÖH. Die Studierendenvertreter hätten sich daraufhin nicht mehr in der Lage gesehen, in diesem Gremium die Interessen der Studierenden sinnvoll zu vertreten, so Auracher. Konkret wird kritisiert, dass die für 29. Jänner anberaumte Wahl "völlig überraschend und übereilt" zu Stande gekommen sei. Zudem weise die Liste zwar "Personen mit bewundernswerter Vergangenheit" auf, "der Mittelbau und die Studierenden wollten aber jemanden, der sich in der Lehre auskennt".
Konvents-Vorsitzender weist Vorwürfe zurück
Den Vorwurf, übereilt gehandelt zu haben, wollte der Vorsitzende des Gründungskonvents, Karlheinz Tscheliessnigg, im Gespräch mit der APA nicht gelten lassen: "Wir haben wochenlang den Studierenden und dem Mittelbau klarzumachen versucht, was das Anforderungsprofil der Universitätsräte ist". Nicht zuletzt deswegen habe die Medizinische Fakultät bis heute gebraucht, um die Universitätsräte zu nominieren und zu wählen. Nachdem schon mehrere Gründungskonvente ihre Kandidaten gewählt haben, wollte man nicht länger zuwarten. "Hätten wir bis zum 29. Jänner zuwarten und dann überhaupt keinen Puffer mehr haben sollen?", so Tscheliessnigg.
Dass ein Universitätsrat sich in der universitären Lehre auskennen muss, sei im Universitätsgesetz nicht verankert. "Wir sind aber auch der Meinung, dass es so sein soll, und dementsprechend wurde auch nominiert, alles andere ist schlicht und einfach eine Unterstellung", so der Leiter der Uniklinik für Chirurgie. Zu Uni-Räten gewählt wurden mit den Stimmen der Professoren Georg Bretthauser, Christoph Moroni, Jochen Pildner-Steinburg und Nikolaus Zacherl.
Kein Verständnis für Studenten-Vertreter
Tscheliessnigg steht der Reaktion der Hochschülervertreter verständnislos gegenüber. "Von den vier vorgeschlagenen Leuten sind drei auch im Vorschlag des Mittelbaus und der Studierenden vertreten gewesen. Umso erstaunter sind wir über die Reaktionen". Weiters habe man die Vorschläge der Studierenden auch in jene Liste aufgenommen, die dem Ministerium als Vorschlag für die an die Universität zu entsendenden Vertreter vorgelegt wird . "Wir haben uns auf alle Fälle mehr als konziliant und demokratisch benommen, und für mich ist es andererseits nicht demokratisch, nach einer verlorenen Wahl einfach abzumarschieren", meinte der Professor.
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