Dienstag, 14. Jänner 2003

Wie viel ist Ötzi wert? Südtirol weigert sich, Finderlohn zu zahlen

Wie viel ist die Gletscherleiche wert? Die Ötzi-Entdecker Helmut und Erika Simon konnten sich mit dem Land Südtirol nicht über eine angemessene Summe einigen. Nach italienischem Recht steht den Deutschen, die am 3. November 2003 vom Gericht in 1. Instanz als "Finder" anerkannt wurden, 25% vom Wert der Mumie zu.

Die Nürnberger Bergsteiger hatten am 19. September 1991 beim Abstieg von der Finailspitze in den Ötztaler Alpen einen Leichnam entdeckt. Sie hielten den Toten für einen verunglückten Bergsteiger, der seit einigen Jahren im Eis gelegen hatte, und meldeten den Fund dem nächsten Hüttenwirt.

Südtirol baute eigenes Ötzi-Museum
Für die unter dem Namen "Ötzi" weltweit bekannt gewordene Gletschermumie ist in Bozen ein stattliches Museum errichtet worden, das jährlich über 250.000 Besucher anzieht und sich zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor für Südtirols Landeshauptstadt entwickelt hat. Das Recht, an dem fetten Kuchen mitnaschen zu können, beanspruchte auch das deutsche Bergsteigerpaar für sich.

"Nie und nimmer 100.000 Euro"
Die Simons hätten anfangs eine Milliarde Lire (über 516.000 Euro) verlangt, sagt Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder. "Wir möchten der Familie Simon nicht einen einzigen Cent gewähren, der ihr nicht zusteht. Hier geht es um Steuergelder."

Laut Durnwalder sei der Wert dieser Leiche relativ. Erst durch das Museum, welches vom Land Südtirol um 17 Milliarden Lire (8,8 Millionen Euro) gebaut worden ist, habe die Gletschermumie einen enormen Wert bekommen. Man sei bereit, den Findern einen Anerkennungspreis zu geben, "aber nie und nimmer 100.000 Euro". (apa)

14.1.2003 09:55