Montag, 13. Jänner 2003

Streit um Krankheiten von Österreichs Beamten

  • Neugebauer: Zahlen des Personaljahrbuchs nicht korrekt
  • Bartenstein will 30.000 Beamte einsparen (siehe Kasten rechts)

Wie oft und wie lange sind Österreichs Staatsdiener im Krankenstand bzw. auf Kur? Unter dem Eindruck der Beamten-Sparpläne von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (siehe Kasten rechts) wird nun darüber gestritten. Beamten-Gewerkschafter Fritz Neugebauer zweifelte am Mittwoch die Zahlen des Personaljahrbuches des Bundes an.

Dessen Schluss: Beamte befänden sich häufiger im Krankenstand als Angestellte. Während die Beamten im Jahr 2001 durchschnittlich 12,6 Tage wegen Krankheit nicht zur Arbeit erschienen, waren es bei den Angestellten nur 9,6 Tage oder um 29 Prozent weniger.

Dies berichtet die "ZiB" am Montagabend. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl der Krankenstandstage bei den Angestellten um ein Prozent zurück gegangen, bei den Beamten hingegen um 4,7 Prozent gestiegen.

Auch bei der durchschnittlichen Dauer eines Krankenstandes liegen die Beamten voran. Ein Angestellter befand sich im Schnitt 11,1 Tage zu Hause, ein Beamte 12,8 Tage - um 15 Prozent länger.

Neugebauer: Zahlen nicht nachvollziehbar
Für Neugebauer wären diese Zahlen "nicht nachvollziehbar", so der oberste Beamten-Gewerkschafter am Mittwoch im Ö1-Morgenjournal. Es seien lediglich 21 Kuraufenthalte - und dies inklusive Pensionisten und deren Angehöriger.

13.1.2003 20:05