Donnerstag, 9. Jänner 2003

Dank Schnee: Wintersaison 02/03 noch gerettet

  • Touristiker hoffen weiterhin auf Zuwächse
  • Studie belegt: Österreicher immer reisefreudiger!

Leider kamen Schnee und Kälte erst nach den Weihnachtsfeiertagen. Dennoch rechnen Österreichs Tourismusbetriebe auf Zuwächse in der laufenden Wintersaison 2002/03. "Es ist im letzten Moment gut gegangen. Nach dem missglückten Saisonstart ist der Schnee in der richtigen Sekunde gekommen, sodass kein Schaden entstanden ist", sagte der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Johann Schenner.

Man hoffe sogar weiterhin auf Zuwächse, so Schenner. Der Jänner sei traditionell ein Monat der Kurzfrist-Bucher, womit die Situation in der letzten Sekunde gerettet worden sei. Die Buchungslage für Februar sei durchwegs sehr gut.

Auch die Österreich Werbung habe zur guten Wintersaison beigetragen, führte Schenner aus. Die WKÖ, die kürzlich angekündigt hat, als Vierteleigentümer der ÖW den Marketingverein ab 2004 nicht mehr mit einer Pauschale, sondern projektbezogen finanzieren zu wollen, wolle sich "nicht aus der ÖW verabschieden", betonte Schenner. Allerdings wolle man künftig "nicht bloß einen Scheck abgeben", sondern der ÖW projektbezogen Geld zukommen lassen: "Das könnte bei guten Projekten sogar mehr Geld als bisher sein."

EU-Erweiterung als Chance für Ö-Tourismus
Hoffnungsvoll blickt der Tourismus auf die bevorstehende EU-Erweiterung: "Österreich ist auf jeden Fall ein Gewinner." Von dem Beitritt der Kandidatenländer erwarte man sich u.a. steigende Quellmärkte. Aus Osteuropa kommen auf viele Tourismus-Saisoniers. Mit den vereinbarten siebenjährigen Übergangsfristen ist Schenner jedoch nicht glücklich: "So lange werden wir nicht warten können." Man werde versuchen, Übereinkünfte zu erzielen, wonach Arbeitskräfte aus den Nachbarstaaten früher in Österreich arbeiten könnten.

Die weit verbreitete Meinung, dass in der Gastronomie der Euro im vergangenen Jahr zu einem Teuro wurde, versuchte Schenner gestern zu widerlegen. Eine aktuelle Studie der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) zeige, dass der Euro im Gastgewerbe sogar zu einer Preisminderung von 1,8 Prozent geführt habe. Die Preise im Gastgewerbe sind laut BA-CA-Studie jedoch - unabhängig vom Euro - seit der Euro-Einführung um mehr als fünf Prozent gestiegen. Diese Erhöhung sei "kostenbedingt und betriebswirtschaftlich notwendig" gewesen, meint die WKÖ.

9.1.2003 09:50