Vodafone plant Milliarden-Übernahme im US-Mobilfunk
- Zeitung: Vollständige Kontrolle eines Konkurrenten geplant
Der größte europäische Mobilfunkanbieter Vodafone plant einem Zeitungsbericht zufolge eine Milliarden-Übernahme im US-Mobilfunkmarkt. Vodafone peile eine vollständige Kontrolle eines der bisherigen Konkurrenten AT&T Wireless Services oder T-Mobile USA an, berichtete die Zeitung "Independent on Sunday" unter Berufung auf US-Kreise am Wochenende.
Vodafone wolle dazu seinen auf rund 20 Mrd. Dollar bewerteten Anteil an der gemeinsam mit der US-Telefongesellschaft Verizon betriebenen Mobilfunktochter Verizon Wireless verkaufen, hieß es.
Zur Zeit verfügt Vodafone in den USA nur über einen geringen Marktanteil im Mobilfunk. Beobachter gehen davon aus, dass eine stärkere Stellung in den USA von zentraler Bedeutung ist für den künftigen Vodafone-Chef Arun Sarin, der den amtierenden Chris Gent im kommenden Juli ablösen wird.
Vodafone dementierte jedoch am Sonntag einen möglichen Verkaufsplan für Verizon. Der Konzern hat zwar eine Option, seine 45-prozentige Beteiligung an Verizon Wireless an das Mutterhaus Verizon zu veräußern. Man habe aber "klar gemacht, dass wir derzeit keine Absicht haben, diese Option auszuüben", sagte ein Vodafone-Sprecher.
Einen Einstieg von Vodafone bei T-Mobile USA halten Beobachter zudem für äußerst unwahrscheinlich. Die unter der Börsenschwäche und den kostspieligen UMTS-Investitionen leidende Deutsche Telekom hat sich zum Ziel gesetzt, ihren Schuldenberg von zuletzt 64 Mrd. Euro bis Ende diesen Jahres auf 50 bis 53 Mrd. Euro abzubauen. Dazu soll auch der Verkauf von Beteiligungen, Töchtern und Immobilien dienen. Beobachter rechnen aber nicht damit, dass auch T-Mobile USA auf der Verkaufsliste steht.
Der neue Telekom-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke ist nach früheren Angaben offen für eine Partnerschaft bei der US-Tochter. Allerdings will er einer denkbaren Fusion nur zustimmen, wenn die 2001 für 39 Mrd. Euro erworbene Tochter einen Marktwert von wenigstens 16 Mrd. Euro hat. Auch Rickes Vorgänger Helmut Sihler hatte erklärt, ein Verkauf von VoiceStream stehe nicht an. Alle anderen Optionen blieben jedoch bestehen.
Der Haupteigner von AT&T Wireless, der japanische Telefonriese NTT DoCoMo war im vergangenen Oktober unter Druck geraten, nachdem er auf seine Auslandsinvestition Abschreibungen in Höhe von 4,7 Mrd. Dollar hatte vornehmen müssen. Mehr als die Hälfte dieser Abschreibungen gingen auf das Konto von AT&T Wireless. Allerdings erklärte auch NTT DoCoMo bisher, an seiner Auslandsstrategie festhalten zu wollen.
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