Donnerstag, 9. Jänner 2003

Kottan-Online: Alle Infos über die Kult-Serie

  • "Kottan"- Autor Helmut Zenker gestorben
  • In memoriam Helmut Zenker: "Kottan" in TV und Radio

Der österreichische Autor Helmut Zenker (53) ist diese Woche, nach langer schwerer Krankheit gestorben. Als Erfinder des schrulligen Major "Kottan" hat Helmut Zenker österreichische Fernsehgeschichte geschrieben. Er setzte sich in zahlreichen Romanen, Bühnenproduktionen und Hörspielen mit gesellschaftskritischen Themen auseinander. Unter www.kottan-ermittelt.at kann man online alles Wissenswerte über die von ihm geschaffene Kultserie "Kottan ermittelt" abrufen.

Geboren wurde Helmut Zenker am 11. Jänner 1949 im niederösterreichischen St. Valentin. Zunächst als Lehrer in Wien tätig, gründete er 1969 gemeinsam mit Peter Henisch die Literaturzeitschrift "Wespennest", die er bis 1977 auch als Herausgeber betreute. Seit 1973 lebte Zenker als freier Schriftsteller. Sein Roman-Debüt gab er 1973 mit "Wer hier die Fremden sind", im Jahr darauf erschien "Kassbach oder Das allgemeine Interesse an Meerschweinchen". Als größten literarischen Erfolg sah der mehrfache Vater, der von seiner Familie getrennt lebte, nach eigenen Angaben sein Kinderbuch "Der Drache Martin" (1977).

"Kottan ermittelt"
Mit der von Peter Patzak inszenierten TV-Serie "Kottan ermittelt" erlangte Zenker breite Popularität als Drehbuchautor. In Zusammenarbeit mit Patzak entstanden auch die Filme "Kassbach" (1979), "Den Tüchtigen gehört die Welt" (1981) und "Tiger - Frühling in Wien" (1984). Für das Theater schrieb Zenker unter anderem das 1976 am Wiener Volkstheater uraufgeführte Stück "Wahnsinnig glücklich". 1998 adaptierte er seinen TV-Klamauk "Tohuwabohu" für die Bühne des Wiener Metropols. 1999 kandidierte er als Wiener KP-Spitzenkandidat für die Nationalratswahl und stand in seinem Stück "Dirty Old Men" im Wiener Vindobona erstmals auch selbst auf der Bühne.

KPÖ-Chef Baier betroffen
Betroffen über Zenkers Tod zeigten sich auch Politiker, wie KPÖ-Chef Baier im APA-Gespräch: "Wir haben einen brillanten Kolumnisten und Mitstreiter verloren". Für Kunststaatssekretär Franz Morak war der Autor ein "Unangepasster, Unbequemer, der es verstand die Dinge auf den Punkt zu bringen". Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny schrieb in seiner Stellungnahme: "Mit dem Tod Helmut Zenkers geht in Wien ein sehr witziger, pointierter und zynischer Beobachter unserer Stadt verloren".

Beileid-Telegramm vom Bundespräsidenten
Bundespräsident Klestil schickte Zenkers Witwe Margit ein Beileid-Telegramm: "Sein Witz und seine Ironie, vor allem aber auch das Engagement, mit der er sich immer wieder gesellschaftspolitischen Themen widmete, werden der österreichischen Kultur- und Literaturlandschaft fehlen." Erschüttert zeigte sich auch das Team des Deuticke-Verlages, wo Zenkers letztes Buch "Mondgeschichten" wie geplant Anfang Februar erscheinen wird. Pressesprecherin Barbara Brunner: "Helmut Zenker war voller Pläne und Ideen, und er wird uns als Autor und Freund sehr fehlen".

"Kottan ermittelt" im TV & im Radio
In memoriam Helmut Zenker ändert der ORF am Samstag, dem 11. Jänner 2003, sein Programm: ORF 1 bringt ab 22.55 Uhr drei Folgen der von Peter Patzak inszenierten Kultserie "Kottan ermittelt". Den Beginn macht um 22.55 Uhr in ORF 1 die "Kottan ermittelt"-Episode "Räuber und Gendarm" mit Lukas Resetarits, um 0.30 Uhr folgt "Wien Mitte" mit Franz Buchrieser und um 2.00 Uhr die erste "Kottan"-Folge "Hartlgasse 16a" mit Peter Vogel. Ö1 sendet am 11. Jänner im Rahmen der Reihe "Die Hörspiel-Galerie" um 14.00 Uhr das Hörspiel "Kottan ermittelt" aus dem Jahr 1976. Gesprochen wurde Major Kottan damals von Rudolf Rösner.

Weitere Informationen:

  • Kottan-Website

    9.1.2003 09:56