Studie: Mehr Bereitschaft für bezahlte Internet-Dienste
- Anteil überzeugter Gratisuser von 47 auf 41 Prozent gesunken
- Zahlungsbereitschaft bei Breitband-Usern höher
Und sie zahlen doch: Immer mehr Internet-Nutzer in Westeuropa sind einer Umfrage zufolge bereit, für Online-Dienste wie das Herunterladen von Musik oder Videos zu bezahlen. Der Anteil von Web-Surfern, die überhaupt kein Geld für die Nutzung von Online-Angeboten ausgeben wollten, sei im vergangenen Jahr von 47 Prozent auf 41 Prozent gesunken. Dies ergibt eine Sudie des Marktforschungsunternehmen Jupiter Research.
13 Prozent aller Befragten waren demnach 2002 bereit, für das Herunterladen von Videos zu bezahlen. Im Jahr zuvor seien dies lediglich drei Prozent gewesen. Ähnlich ist die Entwicklung demnach beim Bezug von Musikdateien aus dem Web. 19 Prozent der Befragten erklärten ihre Bereitschaft, dafür Geld auszugeben, während es 2001 noch 16 Prozent waren. Ein viel versprechender Markt ist nach Angaben von Jupiter Research auch der Online-Verkauf von Videospielen.
Auf lange Sicht sei die Entwicklung vor allem für Firmen ermutigend, die in den Verkauf über das Internet investiert hätten, sagte ein Analyst von Jupiter Research. Trotzdem könne der Online-Verkauf die Werbung als größte Einnahmequelle im Web in absehbarer Zeit nicht ersetzen.
Zahlungsbereitschaft von Breitband-Usern höher
Mit der Verbreitung von Internet- Breitbandanschlüssen wächst der Studie zufolge deutlich die Bereitschaft der Nutzer, für bestimmte Inhalte zu zahlen. 25 Prozent der europäischen Nutzer, die über eine schnelle Datenleitung verfügen, seien bereit, für Musikangebote im Internet zu bezahlen, so eine Studie des Marktforschungsinstituts Jupiter Research, die am Montag veröffentlicht wurde.
Bei den Nutzern mit Schmalbandleitung sind es demnach dagegen nur 18 Prozent. Ebenfalls 18 Prozent der befragten Breitband-Nutzer würden für Videos aus dem Netz Geld ausgeben, bei den Inhabern langsamerer Internetzugänge seien es dagegen nur 11 Prozent.
41% wollen weiterhin nicht zahlen
"Breitband-Internet-Nutzer sind weit mehr geneigt, für Musik, Spiel und Video-Inhalte im Internet zu zahlen", sagte Olivier Beauvillain, Analyst von Jupiter Research. Die Zahlungsbereitschaft habe sich insgesamt zwar nicht erheblich verändert. Den Angaben zufolge würden noch immer 41 Prozent aller Nutzer in Europa für Internet-Inhalte kein Geld ausgeben, ein Jahr zuvor seien es 47 Prozent gewesen. "Die gute Nachricht ist jedoch, dass Breitband die Hauptantriebsfeder hinter dieser Entwicklung ist", sagte Beauvillain.
Für die Studie befragte das Marktforschungsinstitut mehr als 10.000 Internet-Nutzer in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Schweden.
