"Bee Gees"-Sänger Maurice Gibb stirbt an Herzattacke
- 53-Jähriger seit Tagen in kritischem Zustand im Spital
- Nach Notoperation wegen Darmverschlusses
Der Sänger der Pop-Gruppe "Bee Gees", Maurice Gibb, ist tot. Der 53-Jährige sei an den Folgen einer Herzattacke gestorben, teilte seine Familie in London mit. "Seine Liebe und sein Enthusiasmus und seine Energie bleiben ein Vorbild für uns. Er wird uns allen sehr fehlen", hieß es in der Erklärung. Gibb befand sich nach einer Notoperation wegen eines Darmverschlusses seit Tagen in kritischem Zustand in einem Krankenhaus in Miami (US-Bundesstaat Florida). Während der Operation hatte er den Herzanfall erlitten.
Der Bassist und Sänger der legendären britisch-australischen Band war am Donnerstag während der Arbeit an seinem neuem Album mit heftigen Bauchschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert worden. "Es kam aus heiterem Himmel", sagte seine Managerin Carol Peters. Gibb habe zuvor keinerlei Beschwerden gehabt. Der US-Fernsehsender NBC hatte am Freitag auf seiner Internet-Seite berichtet, dem Popstar seien Teile des Magens und der Verdauungstraktes entfernt worden.
Nach der Operation hatten sich vor der Klinik Fans versammelt. Sie brachten Blumen und Genesungswünsche. Doch sein Zustand blieb ernst. Wie die BBC berichtete, erlangte er noch einmal kurz das Bewusstsein und erkannte mehrere Angehörige. Seine Frau Yvonne und seine beiden Kinder waren ebenso bei ihm wie sein Zwillingsbruder Robin und sein älterer Bruder Barry, die beiden anderen "Bee Gees". Robin war nach einem Bericht der BBC erst eine Stunde vor dem Tod des Bruders aus London eingetroffen.
Die "Bee Gees" gehören mit den "Beatles", Paul McCartney, Elvis Presley und Michael Jackson zu den fünf meistverkauften Pop-Acts aller Zeiten. Die drei Brüder gründeten die Band 1958 im australischen Brisbane, wohin ihre Eltern aus Großbritannien ausgewandert waren. Ihr charakteristisches Merkmal war der in Falsett gehaltene Chorgesang, so auch bei den Erfolgstiteln "Massachusetts" (1967), "World" (1967) und "Words" (1968). In den 70er Jahren wurden die Brüder mit den Kopfstimmen besonders durch ihren Soundtrack für den Disco-Film "Saturday Night Fever" mit John Travolta weltberühmt. Nach einer langen musikalischen Flaute gingen sie in den 80er Jahren für einige Zeit nach Florida und spielten Hits auf der Disco-Welle ein.
Maurice Gibb, der im Gegensatz zu seinen Brüdern meist nur im Back-Up und Refrain sang, hatte in früheren Jahren schwere Alkoholprobleme. Sein jüngster Bruder Andy - er war nicht Mitglied der Bee Gees - war 1988 im Alter von 30 Jahren nach Drogen- und Alkoholmissbrauch gestorben. Maurice Gibb war seit 25 Jahren mit seiner Frau Yvonne verheiratet. Er hinterlässt zwei Kinder.
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