Sonntag, 12. Jänner 2003

Österreich größter Auslandsinvestor in Kroatien

  • Fast zwei Drittel der ausländischen Investitionen aus Österreich

Die ausländischen Direktinvestitionen in Kroatien dürften 2002 geringer ausgefallen sein als in den Vorjahren. Das meiste Geld floss in Privatisierungen, vor allem von Banken, schreibt die kroatische Nachrichtenagentur Hina. Größter Investor ist nach wie vor Österreich. Wie aus den jüngsten Daten der kroatischen Nationalbank hervorgeht, beliefen sich die ausländischen Direktinvestitionen in den ersten neun Monaten 2002 auf 763,5 Mio. US-Dollar (727 Mio. Euro), im Gesamtjahr 2001 waren es mehr als 1,5 Mrd. Dollar.

Fast zwei Drittel der ausländischen Direktinvestitionen kamen zwischen Jänner und September 2002 aus Österreich, der Anteil lag bei 62,4 Prozent. Zweitwichtigster Investor war Italien mit 22,7 Prozent. In den ersten drei Quartalen gingen 66 Prozent der Direktinvestitionen in Privatisierungen und den Verkauf von Anteilen an den drei Banken Dubrovacka, Splitska (gekauft von Bank Austria Creditanstalt) und Rijecka (gekauft von Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen). 10,8 Prozent wurden in Beteiligungen in Hotels investiert.

Von 1993 bis Ende September 2002 betrugen die ausländischen Direktinvestitionen in Kroatien 7,5 Mrd. Dollar. Österreich liegt auch diesem Zeitraum mit einem Anteil von rund 30 Prozent an erster Stelle. Dahinter folgen Deutschland mit 22,8 Prozent, und die USA mit 15 Prozent. Nach Branchen gereiht floss das meiste Geld in den Telekommunikationssektor mit einem Anteil von 27,1 Prozent. So ist etwa der zweitgrößte kroatische Mobilfunkbetreiber, VIPnet, mehrheitlich im Besitz der österreichischen Telekom-Tochter Mobilkom Austria. An zweiter und dritter Stelle liegen Banken (20,3 Prozent) und die Pharmaindustrie (14,4 Prozent).

Die Auslandsinvestitionen kroatischer Unternehmen lagen in den ersten neun Monaten 2002 dagegen lediglich bei 96,8 Mio. Dollar. Seit 1993 sind es kumuliert 658,08 Mio. Dollar, wobei der größte Teil ( 31,6 Prozent) nach Polen floss. An zweiter Stelle liegt Bosnien mit 26,6 Prozent, gefolgt von den Niederlanden und Slowenien (je 11,5 Prozent), und der Schweiz (4,1 Prozent). Auf Österreich entfielen lediglich 3,02 Prozent.

12.1.2003 10:13