Sony-Music-Chef Mottola zurückgetreten
- Der Musikverleger will eigene Firma gründen
Der erfahrene Musikverleger Thomas Mottola (Bild) ist als Chef des drittgrößten US-Musikkonzerns Sony Music Entertainment zurückgetreten und will seine eigene Firma gründen. Der 52-jährige, der Rockgrößen wie Bob Dylan und Bruce Springsteen verlegt hat und einst mit der Sängerin Mariah Carey verheiratet war, werde seinen Posten ab sofort niederlegen und ein neues Label mit Sony Music als Partner gründen, teilte die Tochtergesellschaft des japanischen Sony-Konzerns am Donnerstag mit.
Über einen Ausstieg Mottolas bei Sony wurde seit längerem spekuliert, nachdem Streitigkeiten um seine Vertragsverlängerung bekannt geworden waren.
Der Musikveteran, der als findiger Talententdecker gilt, wollte Sony immer mehr auch in das Talent-Management-Geschäft lotsen. Jüngst hatte er Marketing-Kooperationen mit Pepsi und DaimlerChrysler bekannt gegeben und den Song-Katalog der Rockband AC/DC akquiriert. "Ich habe seit etwa einem Jahr darüber nachgedacht, eine neue Herausforderung anzunehmen. Die eigentliche Entscheidung habe ich aber erst vor kurzem getroffen", erklärte Mottola.
Sony Music will in den nächsten Tagen einen Nachfolger als Vorstandschef benennen. In Branchenkreisen werden der frühere AOL-Time-Warner-Vorstand Pob Pittman und Warren Lieberfarb, früher Präsident der AOL-Sparte Warner Bros Home Video, als Kandidaten gehandelt.
Sony Music ist das drittgrößte Musiklabel in den USA hinter Universal und Bertelsmann und hat im vergangenen Jahr operative Verluste von mehr als 100 Mio. Dollar (95,2 Mill. Euro) verbucht.
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