Freitag, 10. Jänner 2003

Wienerberger kauft sich bei Dachziegeln an Europaspitze

  • 211 Mio. Euro für Hälfte der Koramic-Dachziegelsparte
  • Zweitgrößte Investition der Firmengeschichte

Mit der zweitgrößten Akquisition seiner Firmengeschichte stärkt der börsenotierte österreichische Baustoffkonzern Wienerberger sein Dachziegelgeschäft und kauft sich in diesem Bereich im europäischen Markt in die Position einer Nummer zwei. In einem ersten Schritt übernimmt der Konzern per 1.1.2003 50 Prozent an der Dachziegelsparte seines belgischen Miteigentümers Koramic. Die Entscheidung über die Übernahme des Rests soll in den nächsten drei Jahren erfolgen.

Dieser Schritt sei aber geplant, beteuerte das Wienerberger- Management am Freitag in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Der Deal sei eine "einmalige Chance für Wienerberger" und in seiner zweistufigen Durchführung "optimal", sagte Wienerberger-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Reithofer. Die finanziellen Möglichkeiten zum Erwerb weiterer Fabriken im konventionellen Ziegelbereich würden durch die große Dachziegel- Investition nicht beeinträchtigt.

Der Kaufpreis für die ersten 50 Prozent beträgt 211,5 Mio. Euro (schuldenfrei), bei einer Übernahme der zweiten 50 Prozent wird noch einmal die gleiche Summe fällig. Der Kauf wird zu 100 Prozent fremdfinanziert, der Verschuldungsgrad (Gearing) erhöht sich dadurch von derzeit rund 70 auf etwa 90 bis 100 Prozent zu Jahresende 2003. Der Nettoschuldenstand wird zu diesem Zeitpunkt rund 900 Mio. bis 1 Mrd. Euro betragen. Der Kaufpreis wird zunächst durch kurzfristige Kredite aufgebracht und soll im Laufe des heurigen Jahres auf eine längerfristige Finanzierung umgestellt werden, sagte Reithofer. Der Konzern erwartet sich durch die Übernahme bereits im laufenden Jahr einen höheren Gewinn je Aktie vor Firmenwertabschreibungen.

Der nun getätigte erste Schritt zum Erwerb der Koramic Roofing ist die zweitgrößte Investition der Firmengeschichte nach dem Erwerb der US-Ziegelaktivitäten in den Jahren 1999/2000 um damals rund 340 Mio. Dollar. Durch den zweiten Schritt würde die Transaktion zur größten Akquisition der Firmengeschichte.

10.1.2003 12:31