Freitag, 10. Jänner 2003

Austro-Brauer sind gegen Dosenpfand

  • Wiener Konsumenten sind für Pfand auf Dosen

Nach der Einführung des Dosenpfands in Deutschland zu Jahresbeginn wurden auch von Landespolitikern - etwa aus Wien und Salzburg - Forderungen laut, dem deutschen Weg zu folgen. Nach Zeitungsberichten prüft bereits auch das österreichische Umweltministerium ein Pfand auf Einwegverpackungen. Die Brauindustrie läuft dagegen Sturm.

Ein Zwangspfand auf Einweggebinde hält Johann Sulzberger, Vorstand der Brau Union Österreich und Obmann des Brauereiverbands, "als Regelungsmechanismus für völlig ungeeignet." Das Beispiel Schweden beweise: "Trotz Einwegpfands trinkt man 65 Prozent des Bieres aus der Dose", so Sulzberger am Freitag in einer Presseinformation.

Schützenhilfe holen sich die österreichischen Bierhersteller vom europäischen Brauereiverband. Piero Perron, Präsident der Dachorganisation der europäischen Brauer (Confederation des Brasseurs du Marche Commun, CBMC), sprach anlässlich seines Wien-Besuchs von einem "Pfandchaos" in Deutschland mit "noch nicht absehbaren Folgen." Erfahrungen in an deren Ländern zeigten laut Perron, dass "Einwegpfand Mehrweganteile nicht sichern kann."

Nachdem in Deutschland mit 1. Jänner ein Pfand auf Einweggebinde eingeführt wurde, werde auch in Österreich dieses Thema, im wesentlichen von zwei Landtagspolitikern (Wien, Salzburg), wieder aufgewärmt, klagen die heimischen Brauer. Sulzberger: "Unsere ganze Bierkultur basiert auf Mehrweggebinden", 84 Prozent des österreichischen Bieres würden in Mehrweggebinden konsumiert."

Seit 1. Jänner 2003 gilt in Deutschland das Dosenpfand. Auf die meisten kleinen Dosen und Einwegflaschen werden 25 Cent, auf große Behälter ab 1,5 Liter 50 Cent Pfand eingehoben.

10.1.2003 12:02