Donnerstag, 9. Jänner 2003

Euro legt weiter zu: Höchster Stand seit Oktober 1999

  • Gemeinschaftswährung durchbricht Marke von 1,06 Dollar
  • Angst vor Irak-Krieg wird größer

Gestiegene Ängste vor einem Krieg in Irak haben den Euro am Freitag auf neue Höchststände zum Dollar getrieben. "Es ist die Eskalation der Spannungen im Irak, die den Euro begünstigt", sagte Währungsstratege Nick Parsons von der Commerzbank. "Die Gemeinschaftswährung hat es geschafft, die Marke von 1,06 Dollar zu durchbrechen. Und es sieht so aus, als gehe es weiter nach oben."

Gegen 10.00 Uhr MEZ markierte der Euro am Freitag mit 1,0645 seinen höchsten Stand seit Oktober 1999. In New York war der Schlusskurs am Donnerstag bei 1,0619/24 Dollar gelegen, deutlich über den 1,0549/54 Dollar vom Mittwoch. Der Dollar, der auch zur japanischen Währung abgab, notierte mit 117,84/87 Yen nach einem New Yorker Niveau von 117,81/89 Yen.

Hussein mobilisert sein Land
Die Sorgen, es könne bald zu einem Krieg kommen hatten sich am Donnerstag intensiviert, als UNO-Inspektoren im Irak auf der Suche nach verbotenen Massenvernichtungswaffen auf leere Gefechtsköpfe gestoßen waren, die mit chemischen Kampfstoffen bestückt werden können. Der irakische Präsident Saddam Hussein bekräftigte am Freitag, sein Land sei gänzlich mobilisiert und würde die US-Truppen vor den Toren der Hauptstadt Bagdads besiegen. UNO-Sprecher Hiro Ueki hatte mitgeteilt, die Inspektoren hätten in dem Munitionslager Uchaider elf leere chemische Sprengköpfe und einen weiteren Gefechtskopf entdeckt, der noch näher ausgewertet werden müsse. Ein US-Regierungsvertreter sagte, der Waffenfund sei kein schlagkräftiger Beweis, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfüge.

Händler verwiesen auch darauf, dass man sich weiter vor einer möglichen japanischen Intervention am Devisenmarkt zur Schwächung des Yen in Acht nehmen müsse. Der Währungsexperte im japanischen Finanzministerium, Zembei Mizoguchi, wiederholte am Freitag Äußerungen, wonach die japanischen Währungsbehörden gegen exzessive Kursschwankungen vorgehen würden. "Wie beobachten die Bewegungen genau, und wir sind immer bereit, wenn notwendig zu handeln."

9.1.2003 15:59