Donnerstag, 9. Jänner 2003

Wirtschaftsfaktor Snowboard: Absatz rückläufig

  • Wegen fehlendem Schnee & aufkommendem Carven
  • 2002/03 rund 55.000 Stück verkauft

Der Snowboard-Markt hat in den vergangen Jahren weltweit und auch in Österreich geboomt. Seit der Wintersaison 2001/02 wurde jedoch eine Stagnation bzw. sogar ein leichter Rückgang des Marktes verzeichnet, den die Branche vor allem auf den Schneemangel in weiten Teilen Europas und das aufkommende Carven zurückführt. Dennoch ist das Snowboarden ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor geblieben, der durch die WM in Murau/Kreischberg wieder angekurbelt werden könnte.

Rund 20 Prozent des gesamten österreichischen Skimarktes entfallen auf das Snowboard, hieß es bei einem APA-Rundruf unter den größten Snowboard-Herstellern. In Österreich wurden in der abgelaufenen Wintersaison 2001/02 rund 60.000 Snowboards abgesetzt, heuer wird mit einem weiteren Rückgang auf rund 55.000 gerechnet. Weltweit liegt der Snowboard-Absatz bei 1 bis 1,2 Millionen gegenüber 4,2 Millionen an abgesetzten Skiern. Die Platzhirsche unter den Herstellern sind in Österreich Amer (mit den Marken Oxygen und Atomic) und Burton.

Problem: Mangelnder Schnee
Seit der Wintersaison 2001/02 stagniert der Snowboard-Markt, u.a. auf Grund des fehlenden Schnees, hieß es aus der Pressestelle von Burton. Auch in der laufenden Wintersaison 2002/03 sei auf Grund des späten Schneefalls mit einer Stagnation zu rechnen. Heuer ist mit einem weiteren Marktrückgang zu rechnen, der Trend zum Snowboard-Verleih werde immer stärker, meint auch der General Manager von Amer Sport, Wolfgang Mayrhofer. Allerdings würde heuer die "absolute Talsohle" erreicht: Der Markt habe künftig wieder Wachstumspotenzial, da das Snowboard "nach wie vor sehr wichtig sei", zumal es "eine Lücke in der Entwicklung der Jugendlichen" schließe, die mit Skiern anfangen und dann zum Snowboard übergingen.

Der enorme Vorteil des Snowboardens gegenüber dem Skifahren sieht der Verkaufsdirektor von Rossignol, Erwin Gasser, in der leichten Erlernbarkeit dieses Sports, im "Cool- und In-Sein", in den weichen "Softschuhen" und darin, dass man dazu keine Skistecken braucht. Seit der vergangenen Wintersaison stagniere der Snowboard-Markt u.a. auf Grund von fehlenden Innovationen, die etwa der Carving-Markt aufweise. Außerdem spiele der zunehmend aufkommende Fitnessgedanke eine große Rolle: "Viele Jugendlichen machen heute eher Skitouren", so Gasser.

Weltweit sei der Umsatz mit Snowboards in der Wintersaison 2001/02 um 15 bis 20 Prozent zurückgegangen, berichtete Gasser. Ein Grund dafür sei auch der Preisverfall.

"Das Snowboard hat nach wie vor einen riesen Stellenwert, auch wenn sich das Marktwachstum verlangsamt hat", sagte der Geschäftsführer von Dee Luxe (früher Kneissl), Klaus Brandstätter, zur APA. In den nächsten Jahren sei zudem "ein Schneeballeffekt" zu erwarten, da der Snowboard-Anteil bei 14- bis 18-Jährigen bei 40 bis 50 Prozent liege und diese heranwachsende Jugend in ein paar Jahren die Hauptzielgruppe darstelle.

9.1.2003 14:15