Gläubigerbanken: Ferrari & Fiat-Autosparte fusioniern
- Neue Gesellschaft soll an die Mailänder Börse gehen
Die Gläubigerbanken des angeschlagenen Autokonzerns Fiat denken an eine Ausgliederung der Pkw-Sparte vom Rest der Turiner Gruppe und an eine Fusion mit dem Sportwagenhersteller Ferrari. Das Unternehmen von Maranello steht unter mehrheitlicher Kontrolle von Fiat. Die neue Gesellschaft, die aus der Fusion entstehen würde, sollte an die Mailänder Börse gehen, lautet der Plan der Banken.
Der Plan der vier Gläubigerbanken (Capitalia, Intesa BCI, San Paolo IMI und Unicredito) würde zur Gründung einer großen Autogesellschaft führen, da Ferrari auch die Luxusmarke Maserati kontrolliert. Die Fusion würde der lahmen Autoindustrie in Italien neuen Schwung und ein neues Image verleihen, betonten die Befürworter des Projekts. Der neuen Gesellschaft würde sich auch der amerikanische Fiat-Partner General Motors (GM) mit einem 20-prozentigen Aktienpaket beteiligen. Die Gläubigerbanken würden eine 12,5-prozentige Beteiligung übernehmen.
In Italien mehren sich derzeit insgesamt die Spekulationen über die Möglichkeiten zur Rettung von Fiat. In den nächsten Tagen will der lombardische Finanzier Roberto Colaninno seinen Plan zur Sanierung des Konzerns vorlegen. Er will in fünf Jahren den Konzern retten und zeigte sich bereit, dafür Investitionen in Höhe von acht Milliarden Euro aufzutreiben. Italienischen Medien zufolge erklärte sich das Kreditinstituts UBS Warburg bereit, seine Pläne zu unterstützen.
Die Sanierungsprojekte Colaninnos, der den Posten des Fiat-Geschäftsführers beansprucht, spaltet die Unternehmerfamilie Agnelli, Hauptaktionär des italienischen Autokonzerns. Einige Mitglieder der einflussreichen norditalienischen Familie seien für Verhandlungen mit Colaninno, andere boykottieren die Übernahmepläne des Finanziers, berichteten italienische Medien.
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