Donnerstag, 9. Jänner 2003

Lufthansa-Chef erwartet Wachstumsschub für 2004

  • Heuer allerdings noch "Durststrecke" in Luftfahrt
  • 2002 operativer Gewinn von rund 750 Mio. Euro erwartet

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa, Jürgen Weber, rechnet in 2004 mit einem "Wachstumsschub" für die Luftfahrt. Dann werde aller Voraussicht nach der Luftverkehr doppelt so stark wachsen wie das Bruttoinlandsprodukt, sagte Weber am Mittwochabend in Nürnberg. Hingegen müsse sich die Branche für das laufende Jahr angesichts "vieler Unwägbarkeiten" noch einmal auf eine "Durststrecke" einstellen. Die schwache Konjunktur werde die Nachfrage nach Flügen weiter dämpfen.

Die Lufthansa sei aber gut aufgestellt. "Wir sind Meister im Meistern schwieriger Situationen. Und ich setze auch im Jahr 2003 auf diese hervorragenden Lufthansa-Eigenschaften", sagte Weber. Bei einer Rezession, wie sie inzwischen einige Wirtschaftsforschungsinstitute nicht mehr ausschlössen, wären allerdings "erneut Kostensenkungen und eine erhöhte Flexibilität" in seinem Unternehmen erforderlich.

Für das Jahr 2002 erwartet Weber unverändert einen operativen Gewinn von rund 750 Mio. Euro. "Ich sehe keinen Grund, den bei unserer letztjährigen Bilanzpressekonferenz genannten Zielkorridor in Frage zu stellen", unterstrich der LH-Chef. Allerdings habe es schon im vierten Quartal 2002 einen leichten Abwärtstrend gegeben. "Aber angesichts dessen, was sich weltweit in der Luftfahrt abspielt, können wir zufrieden sein."

Als Risiken für das Jahr 2003 nannte Weber unter anderem die steigenden Ölpreise, die aktuelle Tarifrunde und die Irak-Krise. Die Auswirkungen eines Irak-Kriegs auf die Luftfahrt hingen unter anderem von der Dauer eines solchen bewaffneten Konflikts ab "und ob sich der Krieg regional ausdehnt". Die Lufthansa habe sich bereits Überflugrechte für benachbarte Staaten gesichert. Auf einigen Asien- Strecken würden sich damit aber die Flugzeiten erheblich verlängern.

9.1.2003 08:46